Leadership im Zeitalter der Transparenz

Corporate Social Responsibility wird zunehmend relevant für Unternehmen. Allerdings ist die richtige Auswahl des Betätigungsfeldes sehr wichtig. Der Beitrag zeigt, wie Verantwortungsübernahme durch Unternehmen gelingen kann.

24.05.2010
Management, Managementtrends, Strategisches Management

Wer, wann, wo?

erschienen in Harvard Business Manager. 32. Jahrgang, Juni 2010, S. 55-65,

Autoren: Christopher Meyer, Julia Kirby

Christopher Meyer ist Gründer von Monitor Talent, einer Trend- und Ideenagentur in Cambridge bei Boston. Julia Kirby ist Redakteurin der „Harvard Business Review“

 

 

Woher, Wohin, Warum?

Corporate Social Responsibility gewinnt offensichtlich zunehmend an Bedeutung für Unternehmen. So lässt sich die Übernahme von sozialer Verantwortung immer öfter beobachten. Die Frage allerdings, in welches der vielfältigen Projekte zu investieren sinnvoll ist, ist keine leichte. Die Auswahl sollte klug gewählt werden und zum Kernfeld des Unternehmens Bezug haben. Warum dies so ist und welche Auswirkungen diese Entscheidung haben kann beschreiben die Autoren im vorliegenden Beitrag.

 

 

Was, wie, welche Ergebnisse? 

In ihrem Beitrag beschreiben Christopher Meyer und Julia Kirby externe Effekte als diejenige Faktoren, welche von Unternehmen in Bezug auf soziale Verantwortung berücksichtigt werden sollten. Unter externen Effekten verstehen sie hierbei Auswirkungen eines Unternehmens auf seine Umwelt, die es nicht in seinem wirtschaftlichen Kalkül berücksichtigt, wie bspw. Umweltverschmutzung oder Lärmbelästigung. Grundsätzlich entstehen externe Effekte dann, wenn Unternehmen gesellschaftliche Ressourcen, wie eben saubere Luft, Wasser aber auch Zeit der Kunden, unnötig verbrauchen.

Die gesteigerte Relevanz der externen Effekte begründen die Autoren mittels dreier Kriterien.

1.   Die zunehmende Größe der externen Effekte: Viele externe Effekte haben im Laufe der Zeit an Ausmaß derart zugenommen, dass sie nicht mehr unbeachtet bleiben können. So nahm die Luftverschmutzung im Rahmen der Industrialisierung so deutlich zu, dass wir heute mit den Folgen des Treibhauseffekts umgehen müssen. 

2.   Die gesteigerte Messbarkeit der externen Effekte: Auch die Möglichkeiten der Messbarkeit von verschiedenen Effekten haben im 20. Jahrhundert laufend zugenommen. Damit wird die zunehmende Größe der externen Effekte oder von bisher unbeachteten Effekten in der Gesellschaft immer mehr wahrgenommen.

3.   Die veränderte Einstellung der Menschen zu externen Effekten: Beeinflusst durch die zunehmende Größe und die höhere Messbarkeit der externen Effekte verändert sich auch zunehmend die Einstellung der Gesellschaft hin zu einem globalen Verantwortungsgefühl.

Unter Berücksichtigung dieser drei Faktoren, so meinen die Autoren, ist es wesentlich für Unternehmen ihr Feld für soziale Verantwortung in den eigenen externen Effekten zu suchen. Dabei beschreiben sie drei Ringe der Verantwortung die zwar nicht zum Geschäftsfeld selbst gehören, abhängig von der Nähe zur Geschäftstätigkeit des Unternehmens vom Management aber trotzdem berücksichtigt werden sollten.

 

Für wen, unter welchen Bedingungen?

Der Beitrag zeigt auf, welche Veränderungen in der Gesellschaft die Wahrnehmung von Corporate Social Responsibility beeinflussen. Grundsätzlich ist der Beitrag für jede Führungskraft interessant, sensibilisiert er doch, mittels einer Checkliste für externe Effekte, für relevante Faktoren, die bislang eventuell unbeachtet geblieben sind.

 

Wie einzuschätzen?

Die Autoren machen auf interessante Art und Weise deutlich wie die Veränderung in der Gesellschaft Einfluss auf die Unternehmen nimmt oder nehmen kann. Bereits vermutete Zusammenhänge werden klar aufgezeigt. Damit werden zwar keine unerwarteten Neuigkeiten erbracht, aber dennoch ein Mehrwert geleistet mittels der Kategorisierung der externen Effekte.