Mitarbeiterführung - Die Rückkehr der Konsequenz

Vetrauen, Kooperation und Partizipation gelten mittlerweile als unverzichtbare Führungsinstrumente. Allerdings gilt Vorsicht bei ihrer Anwendung: Sie sollten nicht im Übermaß und unreflektiert angwendet werden, denn das kann letztlich zu negativen Ergebnissen führen. Genauso wie zu viel Kontrolle und Sanktionen. Roland Jäger zeigt auf, was damit gemeint ist.

06.01.2010
Management

1. Wer, Wann, Wo ?

erschienen in managerSeminare. Das Weiterbildungsmagazin, Heft 142, Januar 2010, S. 24-30; Autor: Roland JägerDer Autor ist Unternehmensberater, Trainer und Coach und Inhaber des Beratungsunternehmens rj management – konsequent führen.Kontakt: www.konsequent-fuehren.de oder www.ausgekuschelt.de

 

2. Woher, Wohin, Warum ?

Immer wieder liest man Meldungen über Manager und Führungskräfte die in ihrem Handeln einseitig vorgehen, dabei liegt der Fokus auf denjenigen, die zu sehr zahlen- und ergebnisorientiert sind.

Gerade in der vorherrschenden Krise war und ist dies Thema. Es gibt aber auch die andere Seite, die ebenso negative Folgen, sowohl wirtschaftlich, als auch unternehmenskulturell, haben kann. Der vorliegende Beitrag zeigt diesen, bisher vernachlässigten Aspekt der Mitarbeiterführung und dessen Bedeutung auf.

 

3. Was, Wie, Welche Ergebnisse ?

In seinem aktuellen Artikel beschreibt der Unternehmensberater und Coach Roland Jäger Erfahrungen aus seiner Coaching-Praxis, die aufzeigen, dass auch zu viel Harmoniesucht auf Seiten der Führungskräfte negative Auswirkungen haben kann. Diese Tendenz der Mitarbeiterführung ist, nach dem Autor zu urteilen, häufiger in der Praxis anzutreffen als bisher angenommen. Ursache sind zum einen die Diktate denen sich vermeintlich moderne, partizipativ-kooperative Führungskräfte, so der Autor, unterworfen fühlen, aber auch die Unfähigkeit zum Führen.Die Gefahr die in zu nachsichtigem Führen liegt ist die von schlechten Ergebnissen, die früher oder später zu erwarten sind. Die Gründe hierfür sieht Roland Jäger in der Inkonsequenz der Führungskräfte die er konkret folgendermaßen beobachtet hat:Das primäre Ignorieren von Fehltritten der Mitarbeiter führt letztlich zu einem recht hohen Konfliktpotential, welches nach einigen wiederholten Fehlern zum Ausbruch kommt und für den Mitarbeiter nur schlecht nachzuvollziehen ist. Eine weitere Problematik ist die, das Mitarbeiter nach einer gewissen Zeit probeweise ihr Engagement reduzieren könnten, um zu sehen wie weit sie gehen können. Der Autor zeigt anhand dieser Beispiele welcher Aufgabe die Führungskräfte sich wieder bewusst werden müssen, um erfolgreich sein zu können. Nämlich ihre Mitarbeiter an ihre Pflichten zu erinnern und faire aber ehrliche Rückmeldung über deren Leistung zu geben. Diese Art von Wertschätzung, nämlich das Überlassen von Verantwortung, führt nach Meinung von Roland Jäger zu spür- und messbaren Erfolgen im Unternehmen.

 

4. Für wen, unter welchen Bedingungen ?

Der Beitrag ist letztlich für jeden interessant und spannend, da er die andere Seite von der derzeit prominenten Sichtweise von Mitarbeiterführung beleuchtet.

 

5. Wie einzuschätzen ?

Der Beitrag gibt interessante Einblicke in die Coachingpraxis und ist ergänzt durch die Beiträge einer Leserbefragung sowie einer ausführlichen Übersicht über die acht Prinzipien der konsequenten Führung. Er hat das Potential den Blick über den Tellerrand zu lenken, allerdings liest er sich stellenweise recht provokant und dogmatisch.