Lernen als Instrument des Unternehmungswandels – hrsg. v. Prof. (em.) Dr. W. Krüger

Wandel ist ohne Erlernen von Neuem und Verlernen von Altem undenkbar. Mehr und mehr wird Lernen daher zu einem Thema für alle Ebenen. Diese Ausgangsüberlegung liegt dem vorliegenden Beitrag zugrunde, in welchem Lernen als Instrument des Unternehmungswandels interpretiert und dargestellt wird.

24.07.2010
Management- und Führungskompetenzen, Change Management

1. Wer, Wann, Wo ?

Prof. Dr. Wilfried Krüger ist emeritierter Professor des Fachbereichs für Wirtschaftswissenschaften an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Von 1985 bis März 2009 leitete er dort den Lehrstuhl für Unternehmensführung und Organisation (OFP). Zu seinen Hauptarbeitsgebieten zählten Strategisches Management, Management des Unternehmungswandels und Kernkompetenz-Management.

Während seiner Dienstzeit entstanden zahlreiche Arbeitspapiere. Getreu dem Motto: „Nichts ist so praktisch wie eine gute Theorie“, verbinden sie praxisrelevante Aspekte mit theoretischem Hintergrundwissen.

Die Arbeitspapiere sind größtenteils in gemeinsamer Autorenschaft mit wissenschaftlichen Mitarbeitern des Lehrstuhls entstanden, die Ihrerseits heute wiederum bedeutende Funktionen in Wirtschaft, Forschung und Lehre ausüben.

Das org-portal dankt Prof. Krüger sehr herzlich für die Bereitstellung der Arbeitspapiere. Sie stellen eine große Bereicherung für unsere Leser dar.

2. Woher, Wohin, Warum ?

Wandel ist ohne Erlernen von Neuem und Verlernen von Altem schlechterdings undenkbar. Lernen gehört konsequenterweise zum erfolgreichen Unternehmungswandel. Genau diese Ausgangsüberlegung liegt dem vorliegenden Beitrag zugrunde.

3. Was, Wie, Welche Ergebnisse ?

Lernprozesse in die Arbeitsumgebung zu verlegen, ist mittlerweile weithin akzeptiert und praktiziert. Angefangen von der Unternehmungsspitze betrifft Lernen alle Ebenen. Vor allem aber geht es darum, ganze organisatorische Einheiten und schließlich die gesamte Unternehmung zu einem kollektiven Lernen zu bewegen. Dies nicht etwa, weil Lernen einen Selbstzweck darstellt oder gerade Teil einer neuen Managementwelle ist, sondern weil weitreichende und tiefgreifende Wandlungsprozesse zu bewältigen sind, um mit den drama-tischen Umbrüchen auf den Märkten und den außermarktlichen Umfeldern Schritt halten zu können.

In einem ersten Schritt wird hierzu gezeigt, dass Lernen im Rahmen des Strategischen Managements wesentliche Quellen von Wettbewerbsvorteilen eröffnet. Sodann verdeutlicht eine Analyse der Träger und Ebenen des Lernens den Zusammenhang zu verschiedenen Formen des Unternehmungswandels.

Die folgenden fünf Lektionen verweisen dementsprechend auf den Beitrag und fassen diesen thesenhaft zusammen:

  1. Lernen als Quelle von Wettbewerbsvorteilen: Nachhaltige Wettbewerbsvorteile sind ohne die Bereitschaft und Fähigkeit zu lernen bzw. zu verlernen unerreichbar.
  2. Lernen als Teil des Unternehmungswandels: Wandel ist ohne Lernen unmöglich, Lernen ist ohne Wandel sinnlos.
  3. Anpassungslernen als Mittel der Effizienzsteigerung: Anpassungslernen dient dem effizienten strategischen Fit von „Human-Ressourcen“, „Strukturen/Prozessen“ und „Systemen“.
  4. Veränderungslernen zur Neuausrichtung der Unternehmung: Veränderungslernen bedeutet eine Reorientierung und Revitalisierung der Unternehmung und ihrer Wissensbasis zur Erzielung eines effektiven strategischen Fit mit der Umwelt.
  5. Verständnislernen zur Neugestaltung der Märkte: Verständnislernen führt zu Remodellierung der Unternehmung und ermöglicht den Wettbewerb um die Zukunft.

4. Für Wen, unter Welchen Bedingungen ?

Der vorliegende Beitrag richtet sich an Leser, die sich mit der erfolgreichen Umsetzung von Wandlungsvorhaben beschäftigen und dem Lernen vor diesem Hintergrund einen besonderen Stellenwert beimessen. Sowohl theoretisch Interessierte, die sich im Studium oder in sonstiger wissenschaftlicher Hinsicht damit beschäftigen, als auch in der Praxis tätige Personen werden durch diesen Beitrag angesprochen.

5. Wie einzuschätzen ?

Die beiden Autoren schaffen es in sehr gelungener und nachvollziehbarer Art und Weise den Zusammenhang zwischen Lernen und Unternehmungswandel herzuleiten. Dabei gelingt ihnen auf Basis eines konsistenten Ursache-/Wirkungsverhältnisses die Abgrenzung und Zuordnung unterschiedlicher Lernformen auf die entsprechenden Wandlungsformen.