Prozessmanagement bei der Gothaer

In seinem Vortrag berichtet Ralf Pommer, Leiter des Bereichs Betriebsorganisation bei der Gothaer Versicherung, über seine Erfahrungen im Rahmen der Entwicklung und Implementierung eines konzernweiten Prozessmanagements. Einer Herausforderung, die für viele Unternehmen an oberster Stelle ihrer Agenda steht.

20.03.2006
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Prozessmanagement

1. Wer, Wann, Wo ?

Ralf Pommer ist Leiter des Bereichs Betriebsorganisation (BO) -Konzernbereiche und Kommunikation- (Systeme und Prozesse) bei der Gothaer Versicherung. In seiner Präsentation "Prozessmanagement bei der Gothaer" berichtet er über die bisherigen Erfahrungen mit einer konzerneinheitlichen Festlegung von Organisation, Vorgehen, Kennzahlen, Standards und Schulungen im Rahmen der Prozessorganisation.

2. Woher, Wohin, Warum ?

Unternehmen sind heute mehr denn je dem steigenden Zeit-, Kosten- und Qualitätsdruck ausgesetzt. Erhöhtem Kostendruck verbunden mit Konzentrationsprozessen und Komplexitätsabbau stehen anspruchsvolle externe und interne Kunden gegenüber, die bei immer kürzeren Produktintervallen unter Berücksichtigung gesetzlicher Veränderungen bedient werden müssen. Für die Gothaer Versicherung bedeuten diese Herausforderungen, flexibel auf die Kundenwünsche reagieren zu können, ohne dabei den Effizienzgedanken aus den Augen zu verlieren.

3. Was, Wie, Welche Ergebnisse ?

Die Gothaer Versicherung begegnet diesen Herausforderungen mit der Implementierung eines konzernweiten Prozessmanagements und verspricht sich dadurch eine konzerneinheitliche Festlegung, Schulung und Kommunikation von Aufgaben und Verantwortlichkeiten sowie einer standardisierten Methodik zur Konstruktion und Kontrolle von Prozessen. Einer der priorisierten Themenkomplexe ist demnach die Organisation eines konzernweiten Rollenkonzepts. Während in diesem Kontext den einzelnen Fachbereichen die fachliche Verantwortung und die Prozessverantwortung obliegen, befasst sich die Betriebsorganisation mit der methodischen Verantwortung sowie der konzernweiten Steuerung der Prozesse. Entsprechend unterscheiden sich auch die Aufgabenkataloge der beiden Konzernbereiche. So fallen den Fachbereichen neben der Erhebung, der Optimierung und dem Design der Prozesse, deren Analyse, Würdigung, Controlling und Pflege zu. Die Betriebsorganisation beschäftigt sich hingegen mit konzernübergreifenden Aufgaben sowie der methodischen und technischen Unterstützung der Fachbereiche. Ein zweiter wichtiger Themenkomplex umfasst die Formulierung und Implementierung eines zweckmäßigen Kennzahlensystems. Dabei fokussierte sich die Gothaer im Rahmen der Personalbedarfsrechnung auf die Entwicklung geeigneter Vorgehensweisen sowie die konzerneinheitliche Festlegung relevanter Grundlagen. Bei der Prozesskostenermittlung standen hingegen die Konzeption geeigneter Empfehlungen zur Prozesskostenermittlung sowie die Pilotierung dieses Konzepts in einer Sparte im Vordergrund. Ein weiteres wichtiges Thema ist die Konzeption eines standardisierten Vorgehensmodells. Der Entwicklung eines konzerneinheitlichen Vorgehensmodells folgte daraufhin die Analyse und Würdigung der erlebten Vorgehensweisen und der lessons-learned mit dem Ziel am Ende der Konzipierung eine entsprechende Dokumentation in Form eines elektronischen Handbuchs zu veröffentlichen. Auf die Konzeption des Vorgehensmodells folgten im Anschluss die Entwicklung eines Konzernprozessmodells, der Entwurf so genannter Prozesslandkarten sowie die Formulierung geeigneter Konstruktionsprinzipien. Im Rahmen des Kernprozessmodells bevorzugt die Gothaer eine Unterteilung anhand Führungs-, Ausführungs- und Unterstützungsaufgaben. Eine ähnliche Einordnung unternimmt sie bei der Definition der Prozesse, die in Geschäftsprozesse, Hauptprozesse, Subprozesse und Standardprozesse untergliedert werden. Die Vereinheitlichung der Prozesslandschaft erfordert schließlich die Formulierung einheitlicher Standards für die Kategorisierung und Darstellung der Prozesse, verbunden mit dem Ziel, die Prozesse auf einheitlicher Basis transparent, vergleichbar und steuerbar zu machen.

4. Für Wen, unter Welchen Bedingungen ?

Der Vortrag ist besonders geeignet für Führungskräfte, die ebenfalls der Herausforderung eines konzernweiten Prozessmanagements gegenüberstehen. Darüber hinaus bietet er Fachkräften und Studenten höherer Semester durch das aktuelle Praxis-Beispiel interessante Einblicke in die Verfahren und Technologien der Prozessoptimierung.

5. Wie einzuschätzen ?

Die Präsentation erläutert dem Leser in ausführlicher und strukturierter Form die zentralen Aspekte, die für eine Optimierung konzernweiter Prozesse von Bedeutung sind. Nach der Erläuterung grundlegender Begrifflichkeiten und Aufgabenabgrenzungen berichtet er anhand eigener Erfahrungen über die konzerneinheitliche Entwicklung und Implementierung einer Prozessorganisation.

Die Langfassung enthält eine 48-seitige Powerpoint-Präsentation.

Dateien:
 Prozessmanagement Gothaer Forum 2005 (1.2 MB)