Sokrates für Manager - Eine Begegnung mit zeitloser Weisheit

Dr. Andreas Drosdek ist Experte zum Thema "Philosophie für Führungskräfte". In seinem neuesten Buch "Sokrates für Manager" beschäftigt er sich mit den drei Säulen der Philosophie des Sokrates und zeigt auf, wie Manager und Führungskräfte auch noch mehr als 2000 Jahre später in einer um vieles komplexeren Welt Orientierung in der sokratischen Philosophie finden können.

1. Wer?, Wann?, Wo?Autor: Dr. Andreas Drosdek, Experte zum Thema Philosophie und Führungskräfte, freier Journalist und Unternehmensberater. In seinen Büchern beschäftigt er sich vor allem mit den

Lehren wichtiger Denker für den Führungsalltag. 7619783593382524.jpg<<Sokrates für Manager – Eine Begegnung mit zeitloser Weisheit>>, Campus Verlag GmbH Frankfurt am Main 2007, 96 Seiten,

ISBN: 978-3-593-38252-4 2. Woher?, Wohin?, Warum?Das Umfeld des heutigen Managers wird zunehmend turbulenter, schnelllebiger sowie risikoreicher und mit einer zunehmenden Komplexität unserer Umwelt

wachsen auch die Anforderungen und Erwartungen an das Management. Traditionelle Managementmethoden stoßen immer schneller an ihre Grenzen und zeigen Führungskräften täglich auf, wie begrenzt doch die

Wirksamkeit vieler für allgemeingültig erklärter Muster ist. Drosdek begibt sich auf seiner Suche nach neuen Methoden und Ansätzen in das Feld der Philosophie und macht deutlich, dass unausgesprochen

allen Managementansätzen ein bestimmtes Weltbild, eine Philosophie zugrunde liegt. In seinem Buch widmet er sich Sokrates, dem Philosophen, der das systematische Prüfen jener Grundelemente wie

Überzeugungen, Prinzipien und Regeln als seine ureigenste Aufgabe sah und schlägt dabei die Brücke in das moderne Management. Ausgangspunkt von Drosdeks Überlegungen ist die Frage, welche Fähigkeiten

ein Management des 21. Jahrhunderts benötigt und wie Führung in dieser Zeit der Wissensökonomie aussieht. 3. Was?, Wie?, Welche Ergebnisse?Erster Ansatzpunkt von Drosdek ist die sokratische Methode

des systematischen (Hinter-) Fragens. Wenn wir angehalten sind Fragen zu beantworten sind wir gezwungen innezuhalten, uns verbindlich zu reflektieren einschließlich dem, was wir glauben zu wissen und

für "wahr" halten. Nicht davon zu trennen ist die Erkenntnis einer persönlichen Unwissenheit und der damit einhergehenden Unsicherheit besonders wenn es wie im Alltag vieler Führungskräfte darum geht

Menschen zu führen, deren Aufgabe es oft ist, mehr Details zu wissen als man selbst. Um diese Herausforderung zu bewältigen skizziert Drosdek die (dreifache) sokratische Wende und leitet daraus für

das heutige Management folgende zentrale Anforderungen ab:· Die Erkenntnis des Nichtwissens· Der Mensch im Mittelpunkt· Das Gute als ZielDrosdek beschreibt die von Sokrates gewünschte und gelebte

Erkenntnis des Nichtwissens und die damit einhergehende Bereitschaft sein Wissen und seine Wahrnehmungen immer wieder auf den Prüfstand zu stellen als erste zentrale Forderung an das Management.

Umgesetzt wird diese Erkenntnis im Diskurs mit Mitarbeitern in denen das eigene Denken anhand der Vorstellungen anderer zu überprüfen ist. Gepaart mit der Methodik des Fragens ist dies der erste

Schritt zur authentischen Souveränität einer Führungskraft. Der zweite Punkt, die Positionierung des Menschen im Mittelpunkt aller Überlegungen und Handlungen, steht im engen Zusammenhang mit

ersterem und ist in erster Linie als verbindliche Selbstreflexion und persönliche Standortbestimmung zu verstehen. Die verbindliche Einsicht nicht zu wissen ist in der sokratischen Philosophie eben

die Folge dieser Selbstreflexion und gleichzeitig Ausgangspunkt eines kontinuierlichen Lernprozesses. Letzteren sieht dann auch wieder Drosdek als Obligatorium für das heutige Management.

Abschließend wird das sokratische Konzept des "guten" Handelns als Forderung an das erfolgreiche und nachhaltige Management gestellt. "Gut" entspricht dabei der Idee der Tauglichkeit, d.h. der

Überlegung ein Ziel angemessen zu erreichen. Auch an dieser Stelle überträgt Drosdek die sokratische Erkenntnis der Unwissenheit und ein "guter" Manager ist folglich derjenige, der aus der Erkenntnis

seiner Unkenntnis heraus zusätzlich zu seinen Methoden auch seine Ziele permanent reflektiert. 4. Für wen?, Unter welchen Bedingungen?Eine kurzweilige Lektüre und empfehlenswert für denjenigen, der

vor der dem Hintergrund moderner Managementherausforderungen an einem komprimierten Abriss der sokratischen Philosophie interessiert ist. 5. Wie einzuschätzen? Erfrischend und zum Teil mit einem

Aha-Effekt verbunden sind die Brücken und Verbindungen, die Drosdek von einer über 2000 Jahre alten Philosophie in das Management des 21. Jahrhunderts schlägt. In den letzten Kapiteln erscheinen

jedoch die gezogenen Analogien zunehmend oberflächlich und der Autor lässt weitere wissenschaftliche Bezüge vermissen. Der wachsende Eindruck sich mit einem reinen "Lebensratgeber"

auseinanderzusetzen wird dafür durch einen angenehmen Lesefluss entschädigt.