Planungsillusion und Improvisation: Experimente zum Prozessmusterwechsel

In einer Umwelt geprägt von Unsicherheit, Dynamik und Komplexität stellt absolute Planbarkeit eine Illusion dar. Es kann für das Unternehmen sogar nachteilig sein in einem solchen Umfeld auf Planung zu beharren, da notwendige Prozessmusterwechsel oftmals nicht mehr initiiert werden können. Im folgenden Beitrag wird untersucht inwieweit Improvisation – also eine Arbeit ohne bestehende Sollmuster – den Prozessmusterwechsel herbeiführen kann.

1. Wer? Wann? Wo?

Michael Berger studiert seit Oktober 2006 als ziviler Student an der Universität der Bundeswehr München Wirtschafts- und Organisationswissenschaften. Parallel dazu arbeitet er beim Rückversicherer Münchener Rück. Seine Studienschwerpunkte sind die Bereiche Versicherungswirtschaft, Finanzdienstleistungen, Statistik und Internationales Management. Der vorliegende Beitrag entstand im Rahmen des Faches Internationales Management am Lehrstuhl von Prof. Dr. Hans A. Wüthrich im Frühjahr 2009.

2. Woher? Wohin? Warum?

Den Ausgangspunkt der Arbeit bildete die kritische Reflexion über den Anspruch von Planung im unternehmerischen Entscheidungsprozess. Insbesondere im Hinblick auf eine Umwelt, die von Unsicherheit, Dynamik und Komplexität geprägt ist, scheint es angebracht zu sein über neue, teilweise auch die Planung ergänzende Instrumente in Unternehmen nachzudenken. Ein solches Instrument ist Improvisation, die in der Unternehmenspraxis in Deutschland aber noch sehr negativ betrachtet wird. Der vorliegende Beitrag versucht daher sowohl auf theoretischer Basis als auch anhand praktischer Beispiele herauszustellen, dass Improvisation der Planung in einem solchen Umfeld überlegen sein kann, da ein Prozessmusterwechsel bewirkt wird. Außerdem werden zwei Konzepte zur Integration von Improvisation in den unternehmensinternen Entscheidungsprozess dargestellt.

3. Was? Wie? Welche Ergebnisse?

Das Thema dieser Arbeit lautet "Planungsillusion und Improvisation: Experimente zum Prozessmusterwechsel". Die Bearbeitung dieser Thematik unterteilt sich in drei Abschnitte: Zunächst werden die Begriffe "Planung", "Experiment" bzw. "Improvisation" und "Prozessmusterwechsel" anhand der Fachliteratur definiert und es wird aufgezeigt, wieso ein Prozessmusterwechsel notwendig werden kann und ab einem gewissen Zeitpunkt weitere Optimierungs- und Effizienzanstrengungen nicht mehr zielführend sind. Der Hauptteil des Beitrags versucht auf theoretischer Basis zu zeigen, dass Improvisation diesen Musterwechsel herbeiführen und wie Improvisation in den Entscheidungsprozess integriert werden kann. Dazu werden die beiden Konzepte "Improvisation als Unterstützungsfunktion der Planung" und "geplante Improvisation" herausgearbeitet. Abschließend werden die theoretischen Erkenntnisse anhand von drei praktischen Beispielen abgeglichen.

4. Für wen? Unter welchen Bedingungen?

Der Beitrag richtet sich an Praktiker und Theoretiker, die sich kritisch mit Planung auseinandersetzen wollen, und regt dazu an über die Möglichkeiten und Grenzen von Improvisation im unternehmensinternen Entscheidungsprozess nachzudenken.

5. Wie einzuschätzen?

Der 16seitige Beitrag liefert einen umfassenden und facettenreichen Überblick über die Thematik des Prozessmusterwechsels durch Improvisation. Zudem enthält er Literaturverweise zum vertiefenden Weiterlesen.

Improvisation und Planungsillusion Experimente zum Prozessmusterwechsel.pdf