Wissenstransfer belohnen

Die Bedeutung der Ressource Wissen für den Unternehmungserfolg wird immer grösser. Die Weitergabe von Wissen ist dabei keine Selbstverständlichkeit. Es müssen gezielt materielle und immaterielle Anreize eingesetzt werden. Der Artikel zeigt auf, aus welchen Teilbereichen das Wissensmanagement besteht und wie ein modernes Ideenmanagement zu bemerkenswerten Resultaten führen kann.

1. Wer, Wann, Wo ?

Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Norbert Thom, Direktor des Instituts für Organisation und Personal der Universität Bern, hat folgenden Artikel verfasst:

  • Wissenstransfer belohnen. In: Alpha, der Kadermarkt der Schweiz. Erschienen am 17./18. September 2005

2. Woher, Wohin, Warum ?

Der Mensch wehrt sich zuweilen, fremdes Wissen zu nutzen, oder er ist nicht immer bereit, sich neues Wissen anzueignen. Nach Auffassung der Ökonomen ist in jüngerer Zeit zu den klassischen Produktionsfaktoren Arbeit, Kapital und Boden der Faktor Wissen hinzugekommen.

Wissensmanagement als Prozess ist ein Schlüsselfaktor für den Unternehmenserfolg.

Wettbewerbsvorteile können durch eine gezielte Bewirtschaftung des wertschöpfungsrelevanten Wissens generiert werden. Dazu benötigt die Organisation nicht nur moderne Informations- und Kommunikationstechnologien, sondern auch hochqualifizierte Mitarbeitende, die ihr Wissen weitergeben und stetig nach Verbesserungsmöglichkeiten suchen.

3. Was, Wie, Welche Ergebnisse ?

Externes Wissen kann durch Personalbeschaffung erworben werden. Zu denken ist an die Gewinnung externer Spezialisten, den Einbezug von Beratern oder Wissenschaftlern. Die Wissensentwicklung setzt sich zusammen aus betrieblicher Forschung und Entwicklung, die Aus- und Weiterbildung oder alle Formen der betrieblichen Innovation. Personenbezogene Wissensentwicklungen sind Coaching oder Mentoring. Die Wissensverteilung ist eine Massnahme, um betrieblich relevantes Wissen dorthin zu bringen, wo es für die Aufgabenerfüllung gebraucht wird. Instrumente wie die Personalentwicklung, Lernarenen, Erfahrungsaustauschgruppen sowie betriebliche und persönliche Netzwerke fördern die Verteilung des Wissens. Starke immaterielle Anreize müssen gesetzt werden, damit die oft vorhandene Tendenz zur Wissenszurückhaltung überwunden wird. Gemeint ist die formelle Auszeichnung von Personen, die Wissen schnell und gezielt an die innerbetrieblichen Kooperationspartner weiterleiten. Die wirkungsvolle Wissensnutzung als weiteres Element des Wissensmanagements, hilft ein Umfeld zu schaffen, in dem das erworbene und verteilte Wissen im Alltag angewendet wird.

Wissen soll einen Beitrag zur Erreichung der Unternehmensziele leisten und muss deshalb durch Controllinginstrumente bewertet werden. Hierzu können auch qualitative Kunden- oder Bürgerbefragungen gehören.

Der entscheidende Erfolgsfaktor ist der Mensch. Das moderne Ideenmanagement setzt dort an und will das vorhandene implizite Wissen der Mitarbeitenden über betriebliche Produkte und Prozesse explizit machen und dafür materielle und immaterielle Anerkennung verteilen. Damit können bemerkenswerte Einsparungen und Produktivitätssteigerungen erreicht werden.

4. Für wen, unter welchen Bedingungen ?

Der Artikel ermöglicht einen Einblick in die Themen Wissens- und Ideenmanagement. Sie bietet damit Praktikern und Theoretikern einen Einstieg in die Thematik.

5. Wie einzuschätzen ?

Der klar strukturierte Artikel erläutert im ersten Teil die relevanten Bestandteile des Wissensmanagements. Im zweiten Teil wird die Verbindung zum modernen Ideenmanagement und seinen Möglichkeiten hergestellt. Die Problematik des Wissenstransfers ist von grosser Relevanz und verdient deshalb besondere Beachtung.