Verdienen Topmanager zu viel?

In vielen Ländern ist aufgrund der Offenlegung von Managergehältern eine hitzige Debatte entbrannt. Sind die hohen relativen Lohnunterschiede in den Unternehmen gerechtfertigt? Die Wissenschaft hat auf diese Frage keine einheitliche Antwort. Die Autoren erörtern ein Spannungsfeld zwischen traditioneller ökonomischer und psychologischer Auffassung, das bislang nur unzureichend thematisiert wurde.

1. Wer, Wann, Wo ?Prof. Dr. oec. publ. Antoinette Weibel ist Leiterin der Undergraduate-Stufe Wirtschaftswissenschaften, Inhaberin des Lehrstuhls für Management an der Hochschule Lichtenstein und

zuständig für den Kompetenzbereich Social Entrepreneurship.Dr. Ursin Bernard ist Senior Consultant und Projektleiter im Bereich Corporate Development bei der Credit Suisse. Der Originalartikel

"Verdienen Topmanager zu viel? Turnier- und Gerechtigkeitstheorie im Widerspruch" ist in der Ausgabe 02/2006 der zfo erschienen und wurde exklusiv für das org-portal bereitgestellt. Registrierte

Nutzer und registrierte Mitglieder der gfo und der SGO können die Langfassung zu diesem Kurzformat auf dem org-portal einsehen.2. Woher, Wohin, Warum ?Die Einführung von Transparenz fördernden

Corporate Governance Richtlinien führte dazu, dass in vielen Ländern die Löhne der obersten Führungsorgane offengelegt werden mussten. Eine hitzige öffentliche Debatte zur Frage, ob die hohen

relativen Löhne der Führungskräfte gerechtfertigt sind, ist die Folge.3. Was, Wie, Welche Ergebnisse ?Mit der ökonomischen Turniertheorie und der sozialpsychologischen Gerechtigkeitstheorie bietet

die Wissenschaft zwei sich widersprechende Theorien zur Beantwortung dieser Fragestellung an. Die Autoren zeigen auf, dass sich unter Berücksichtigung der wichtigsten empirischen Befunde der

theoretische Dissens zumindest teilweise relativieren lässt. Dabei wird deutlich, dass die ökonomische Turniertheorie die Lohnspreizung im Unternehmen erklären kann. Allerdings führt diese nicht zu

dem theoretisch postulierten positiven Einfluss auf den Unternehmenserfolg. Dies hat zwei Gründe: Erstens werden die positiven leistungssteigernden Effekte eines Turniers durch gegenseitige Sabotage

erodiert. Zweitens können die Verlierer des Turniers die Resultate in Bezug auf die Höhe und ihr Zustandekommen als ungerecht empfinden und in der Folge ihre Leistung reduzieren. Dieser Befund

verlangt nach praktischen Anpassungen bei der Ausgestaltung von Lohnsystemen, indem die Anreizfunktion von Turniersituationen genutzt, aber die Bedingungen der Verfahrensgerechtigkeit nicht verletzt

werden.4. Für Wen, unter Welchen Bedingungen ?Der Beitrag eignet sich für alle, die sich an der aktuellen Diskussion rund um das Thema Managementgehälter beteiligen wollen.5. Wie einzuschätzen ?Die

Autoren erörtern auf strukturierte Weise die wesentlichen Fragestellungen in Bezug auf das Thema Managementgehälter. Sie verknüpfen auf geschickte Weise theoretische und empirische Befunde und leiten

daraus Konsequenzen für die Praxis ab.

zfo_2_2006_Weibel_Bernard.pdf