Stock-Homburg, Ruth (2008): Personalmanagement: Theorien – Konzepte – Instrumente.

Ein gut strukturiertes und gut lesbares Lehrbuch zum Thema Personalmanagement, das klassische mit neuen Inhalten verbindet. Es ist solide fundiert und dennoch anwendungsorientiert. Besonderes Augenmerk erhalten die strategische und die internationale Perspektive.

1. Wer, Wann, Wo ?Prof. Dr. Ruth Stock-Homburg leitet das Fachgebiet Marketing und Personalmanagement an der Technischen Universität Darmstadt. Das Buch ist 2008 im Gabler-Verlag erschienen und

umfasst 737 Seiten.2. Woher, Wohin, Warum ?Ein umfassendes Lehrbuch zum Personalmanagement vorzulegen ist ein durchaus ehrgeiziges Unterfangen. Das liegt zum einen daran, dass es bereits zahlreiche

etablierte Lehrbücher zu diesem Fachgebiet gibt. Zum anderen ist das Gebiet außerordentlich umfassend und zudem verschiedenen aktuellen Veränderungen unterworfen. Es ist der letzte Punkt, der Frau

Prof. Stock-Homburg offenbar vor allem dazu bewogen hat, sich der Herausforderung zu stellen. So betont die Verfasserin die veränderten, für das Personalmanagement relevanten Rahmenbedingungen wie

Globalisierung, technische Dynamik und veränderte Bedürfnis- und Motivstrukturen von Führungskräften und Mitarbeitern ebenso wie die Notwendigkeit einer strategischen Perspektive des

Personalmanagements, um die Funktion mit der strategischen Unternehmensführung zu verzahnen.3. Was, Wie, Welche Ergebnisse ?Das Buch ist trotz des erheblichen Umfangs übersichtlich in fünf Teile mit

insgesamt 19 Kapiteln gegliedert. Im ersten Teil geht es der Verfasserin zunächst darum, konzeptionelle Grundlagen zu legen. Hierfür erfolgt zunächst eine informative Auseinandersetzung mit dem

Grundverständnis des Begriffs Personalmanagement. Darüber hinaus werden im wesentlichen theoretische Perspektiven des Personalmanagements dargestellt. Dabei werden sowohl ökonomische als auch

verhaltenswissenschaftliche Ansätze dargestellt und auch in Verbindung zu Fragen des Personalmanagements gebracht. Die Auswahl der verhaltenswissenschaftlichen Grundlagen fällt allerdings denkbar

knapp aus. Ferner hätte man sich Überlegungen zur Integration der beiden Perspektiven gewünscht.Der zweite Teil behandelt umfassend die Mitarbeiterflusssysteme des Personalmanagements. Hierunter

fallen die Personalbedarfsplanung, die Personalgewinnung, die Personalentwicklung und die Personalfreisetzung. Zusätzlich werden zum Abschluss dieses Buchteils Besonderheiten der Gestaltung dieser

Systeme in internationalen Unternehmen beleuchtet.Der dritte Teil ist den Belohnungssystemen gewidmet. Dazu wird zunächst auf die Personalbeurteilung und sodann auf Vergütungssysteme eingegangen.

Überlegungen zur internationalen Ausrichtung bilden hier wiederum den Abschluss.Eine Spezialität des Buches besteht sicher auch darin, der Führung von Mitarbeitern und Teams den gesamten Teil IV des

Buches zu widmen und auf gut 200 Seiten sehr ausführlich zu erörtern. Der abschließende fünfte Teil befasst sich mit neueren Herausforderungen des Personalmanagements. Hierzu rechnet Prof.

Stock-Homburg in jeweils etwa gleich großem Umfang (1) die demographischen Verschiebungen und daraus resultierend den Umgang mit älteren Beschäftigten, (2) den Umgang mit weiblichen Beschäftigten

sowie (3) den Bereich des Health Care Managements. Unter den letzten Punkt werden Themen wie Stress, Burnout und Work-Life-Balance subsumiert.4. Für Wen, unter Welchen Bedingungen ?Das Buch wendet

sich in erster Linie an Dozenten und Studenten betriebswirtschaftlicher Studiengänge. Das Buch dürfte sich sowohl für Bachelor- als auch für Master-Studiengänge eignen. Für Dozenten wird ein

attraktiver Service angeboten, der den Einsatz des Buches in der Lehre merklich unterstützt.5. Wie einzuschätzen ?Vor dem Hintergrund massiver aktueller Anforderungen an die Personalarbeit (z.B.

Einfluss/Bewältigung der demographischen Entwicklung, Fachkräftemangel, Internationalisierung, Mitarbeitermotivation und -bindung) kann die strategisch relevante Rolle des Managements von

Humanressourcen kaum überschätzt werden. Das Lehrbuch bietet insgesamt eine frische Perspektive auf das Fach, ohne dabei klassische Inhalte zu vernachlässigen. Es ist gut strukturiert, verständlich

geschrieben und berücksichtigt auch neuere Forschungserkenntnisse. Wünschenswert wäre ein Gesamtliteraturverzeichnis.