Gegensätze verschmelzen - Komplementärberatung

Königswieser & Network zeigen unter dem Begriff der Komplementärberatung auf, wie sich bis dato scheinbar gegensätzliche Ansätze innerhalb der Beratungsbranche mehrwertschaffend kombinieren und verschmelzen lassen. Neben der Darstellung der konstituierenden Grundprinzipien erhält der Leser einen Einblick in die aktuellen Herausforderungen mit denen sich Beratung als solche konfrontiert sieht.

1. Wer?, Wann?, Wo?

«Gegensätze verschmelzen. Komplementärberatung»; erschienen in: managerseminare - Das Weiterbildungsmagazin, März 2009, Heft 132, S. 18-24.

Die Autoren: Dr. Roswita Königswieser, Vorsitzende der Geschäftsführung der Königswieser & Network, Wien, studierte Sozialwissenschaften und Tiefenpsychologie, langjährige Erfahrungen und Pionierarbeit im Bereich der systemischen Beratung.Ulrich Königswieser, geschäftsführender Gesellschafter der Königswieser & Network, Wien, studierte Handelswissenschaften und ist ausgebildeter systemischer Berater, Forschung im Bereich sozialer Netzwerke, Organisationsentwicklung und Rationalisierung.

2. Woher?, Wohin?, Warum?

In den aktuellen Kontexten radikaler Veränderungen steht auch der systemische Beratungsansatz vor der Herausforderung sich immer wieder zu erneuern. Im Fokus steht dabei die Fähigkeit, Antworten auf die vielschichtigen, zum Teil paradoxen und widersprüchlichen, aber in der Regel immer hoch komplexen, Fragen der Manager und Führungskräfte aus der Praxis zu finden und anzubieten. Aus einer klassischen Perspektive sehen die Autoren dazu zwei diametrale Beratungskonzepte: Die Fachberatung, stellvertreten durch die "harten und zielorientierten McKinseys" mit dem Status der Fachexperten und die Prozessberatung, vertreten durch die "soften, heilenden Systemiker". Ausgehend von dieser Aufspaltung und der Feststellung, dass jeder dieser Ansätze für sich alleine genommen zu kurz greift, haben Königswieser & Network das Modell der Komplementärberatung konzipiert.

3. Was?, Wie?,Welche Ergebnisse?

Der Komplementäransatz verzahnt den Ansatz der Fachberatung mit dem der Prozessberatung. Ziel ist dabei nicht die reine Addition beider Ansätze sondern die Verschmelzung zu einem mehrwertschaffenden Neuem. Das Fundament bildet dabei die systemische Haltung auf deren Basis Fach- und Prozessberatung als zwei Säulen stehen und das Dach Komplementärberatung tragen. Königswieser & Network bestimmen den Raum dazwischen als den Interventionsraum für Beratung in welchem situationsgerecht zwischen traditioneller Fachberatung und systemischer Prozessberatung oszilliert wird. Übergeordnetes Ziel ist dabei immer die Unterstützung bei der Sicherung der Zukunftsfähigkeit der jeweiligen Organisation.

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Komplementäre Beratung zeichnet sich darüber hinaus dadurch aus, dass die Bausteine der integrierten Unternehmensentwicklung Strategie, Struktur und Kultur nie losgelöst voneinander betrachtet werden, denn losgelöste Einzelmaßnahmen wie beispielsweise eine Optimierung der strategischen Abläufe sind ohne eine Veränderung der strukturellen oder sogar kulturellen Muster meist nicht nachhaltig genug. Neben dieser Grundkonzeption der Komplementärberatung benennen die Autoren drei weitere elementare Voraussetzungen für eine erfolgreiche Beratung:

1. Komplementarität: Fachexpertise und Prozessexpertise müssen sich in jedem Team von Komplementärberatern ergänzen.

2. Integriertes Ergebnis: Die Balance zwischen den zu Begin klar formulierten Zielen und den sich im Projektverlauf ergebenden Ergebniserwartungen wird durch die Integration von Fach- und

Prozesswissen hergestellt. Der Beratungsprozess wird begleitend als solcher immer wieder aufs Neue reflektiert und angepasst.

3. Kompensation: Abhängig vom Schwerpunkt des Kundenwissens wird externe Prozess- oder Fachkenntnis kompensatorisch bereitgestellt. Die Verschmelzung der beiden skizzierten Beraterperspektiven wird auch im Prozess selbst und beim Kunden vor Ort nicht mehr aufgelöst. So sind nach Königswieser & Network bei jedem Gespräch sowohl Fach- und Prozessexperten vertreten. Wichtig sind dabei eine gemeinsame systemische Werthaltung und die beidseitige Kenntnis von Interventionstools.

4. Für wen?, Unter welchen Bedingungen?

Der Artikel von Königswieser und Königswieser eignet sich für jeden, der an einer komprimierten Darstellung und Erläuterung des Ansatzes der Komplementärberatung interessiert ist. Sowohl für Berater als auch für Unternehmensvertreter zeigt er darüber hinaus die aktuellen Entwicklungen im Bereich der klassischen Fach- und systemischen Prozessberatung auf.

5. Wie einzuschätzen?

Königswieser & Network beschreiten mit der Verschmelzung von Fach- und Prozessberatung auf dem Fundament einer systemischen Werthaltung neue Wege. Neben einer anschaulichen Darstellung der Grundprinzipien der Komplementärberatung erkennt der Leser deutlich die Herausforderungen und Veränderungsprozesse mit denen sich Beratung als solche selbst konfrontiert sieht. Davon ausgehend empfiehlt sich der Artikel sowohl für Berater, Beratungsinteressierte und Beratungskunden.