Neue Medien im Personalmanagement

Die technologische Entwicklung bringt auch Neuerungen für das Personalmanagement mit sich. HR-Portale ermöglichen es den Mitarbeitenden, an personalwirtschaftlichen Prozessen zu partizipieren und so die Arbeitslast der Personalabteilung zu reduzieren. Diverse neue Medien unterstützen zudem das E-Leadership. Führungskräfte können moderne Kommunikationsmittel einsetzen, um die Verschiedenheit der eigenen Arbeitskräftepotenziale optimal zu nutzen. Das Institut für Organisation und Personal der Universität Bern hat eine aufwendige Online-Umfrage bei über 2'000 Unternehmen durchgeführt. Diese ermöglicht eine Bestandesaufnahme zur Verbreitung von E-HRM und E-Leadership in Schweizer Unternehmen.

1. Wer, Wann, Wo ?

Renato C. Müller, wissenschaftlicher Assistent am Institut für Organisation und Personal (IOP) der Universität Bern, Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Norbert Thom, Gründer und Direktor des Instituts für Organisation und Personal der Universität Bern, und Daniel Zimmermann, Head HR Business Partner bei den Basler Versicherungen, haben folgenden Artikel verfasst:

  • Müller, Renato C./Thom, Norbert/Zimmermann, Daniel (2008): Neue Medien im Personalmanagement. Wie verbreitet sind E-HRM und E-Leadership? In: CFO aktuell, Zeitschrift für Finance & Controlling, 2. Jg. 2008, Nr. 3, S. 112-115

2. Woher, Wohin, Warum ?

Viele menschliche Interaktionen laufen in der heutigen Geschäftswelt über modernste Informations- und Kommunikationstechnologien ab.

Dieser Artikel befasst sich mit der Frage, wie sich diese Veränderungen auf die Führungskräfte und die Personalarbeit im Allgemeinen auswirken.

Diese Untersuchung ermöglicht es, eine Bestandesaufnahme in Schweizer Unternehmen vorzunehmen und Trends im Personalmanagement zu erkennen.

3. Was, Wie, Welche Ergebnisse ?

Das Institut für Organisation und Personal der Universität Bern führte mittels einer Onlinebefragung bei 2'000 Schweizer Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden eine Erhebung zur Verbreitung von HR-Portalen und Self-Service-Syste-men durch. Über 600 Firmen haben an der Studie teilgenommen.

Im Folgenden werden ausgewählte Ergebnisse der empirischen Untersuchung des Instituts für Organisation und Personal der Universität Bern vorgestellt:

  • Zukünftige Herausforderungen:Die häufigsten Antworten erhielten folgende Themen: 44% der antwortenden Unternehmen haben angegeben, dass derAus- bzw. Aufbau von E-HRMeine wichtige Herausforderung darstellen wird. 43% der Schweizer Unternehmen gaben an, dassGesundheitsförderungein wichtiger Tätigkeitsbereich der Personalarbeit sein wird.43% der antwortenden Firmen sind der Meinung, dassPersonalentwicklungeine grosse zukünftige Herausforderung sein wird. 38% der Unternehmen sehen diePersonalerhaltungals sehr wichtigen Bereich in der zukünftigen Personalarbeit.
  • Eingesetzte Komponenten in Mitarbeiterportalen: Am häufigsten enthalten Mitarbeiterportale Downloadbereiche für Formulare (82%). Auch oft erwähnt (68%) wurde die Möglichkeit, Weiterbildungsangebote online abzurufen. Auch das Ausschreiben von offenen Stellen über das Mitarbeiterportal wird von zwei Drittel der befragten Unternehmen mit einem Mitarbeiterportal genannt.
  • E-Leadership: Führungskräfte haben eine zunehmende Vielfalt an Führungsinstrumenten zur Verfügung. Die Face-to-Face-Kommunikation wird jedoch immer ein wichtiges Kommunikationsmedium bleiben. Die Balance zwischen traditionellen und neuen Medien ist erfolgsentscheidend. Führungsinstrumente wie E-Mail, Dokumenten- und Workflowmanagementsystemen oder Teamkalender ermöglichen der Führungskraft, ihre Reichweite zu vergrössern und so das Wir-Gefühl zu fördern.

Die Studie hat gezeigt, dass bisher nur 19% der befragten Unternehmen über ein HR-Portal verfügen. Es konnte auch festgestellt werden, dass die Unternehmensgrösse sehr entscheidend ist. Je grösser die Firma, desto häufiger ist ein Mitarbeiterportal vorhanden. Die Partizipation von Mitarbeitenden im Personalmanagement erleichtert die zeitgemässe Aufgabenerfüllung. In Zukunft werden wohl noch mehr Firmen ein partizipatives Verständnis des HR-Managements haben, damit die Potenziale der technologischen Entwicklung besser genutzt werden können.

4. Für wen, unter welchen Bedingungen ?

Der Artikel eignet sich für Personalmanager, die sich für die Chancen und Risiken von E-HRM und E-Leadership interessieren. Auch für die Wissenschaft sind die Ergebnisse der breiten Onlinebefragung aufschlussreich.

5. Wie einzuschätzen ?

Der Artikel ist gut strukturiert und verdeutlicht die empirischen Ergebnisse graphisch. Die wissenschaftlichen Ergebnisse werden praxisbezogen interpretiert und es wird auch auf die Gefahren, welche durch den Einsatz neuer Medien entstehen können, eingegangen.