Im Team besser entscheiden

Das Treffen von Entscheidungen ist für die meisten Manager ein psychologischer Prozess. Allerdings ist nicht nur der Faktor Mensch bei Teamentscheidungen relevant, sondern ebenso ein mathematisches Phänomen. Bisher in Führungsetagen wenig beachtet zeigt der Artikel seine Bedeutung und sinnvollen Umgang damit.

1. Wer, Wann, Wo ? erschienen in Harvard Business Manager. 31. Jahrgang, Februar 2009, S. 41-49, Autor: Bob Frisch Der Autor ist geschäftsführender Gesellschafter der Managementberatung Strategic

Offsites Group in Boston, die sich auf die Ausrichtung von Strategiekonferenzen spezialisiert hat. 2. Woher, Wohin, Warum ? Entscheidungssituationen stellen im Arbeitsalltag von Führungskräften einen

wesentlichen Bestandteil dar. Nicht selten kommt es dabei zu sogenannten Patt-Situationen in denen das Team bei der Wahl zwischen mehreren Optionen zu keinem Ergebnis kommt. Dies erfordert dann das

Machtwort der Führungskraft, die dadurch, wie der Autor es nennt, zum "Dikator wider Willen" wird. Der Beitrag zeigt auf inwiefern nicht der Faktor Mensch sondern vielmehr ein einfaches

mathematisches Phänomen der Grund für die Pattsituationen ist und mit welcher Technik Sie sie vermeiden können. 3. Was, Wie, Welche Ergebnisse ? Die Grundlage für scheiternde Entscheidungsfindung im

Team ist das Problem der sogenannten zyklischen Mehrheiten: Bei einer Abstimmung über drei oder mehr Alternativen in einer Gruppe bilden sich Untergruppen die sich widersprechende Mehrheiten bilden

können. So wäre die Reihe:A wird bevorzugt gegenüber B, B wird bevorzugt gegenüber C transitiv. Tatsächlich verhält es aber oftmals so, dass eine Untergruppe A gegenüber B bevorzugt, eine andere B

gegenüber C bevorzugt und eine dritte Untergruppe C der Option A vorzieht. Damit entsteht die Pattsituation. Bob Frisch stellt in seinem Beitrag Strategien vor, mit deren Hilfe die Pattsituation

umgangen werden kann. So zum Beispiel folgende: Stellen Sie klar, welches Ergebnis Sie anstreben: Oftmals ist es den Mitgliedern eines Entscheidungsgremiums unklar über was genau abgestimmt werden

soll, bspw. was genau mit Unternehmenswachstum gemeint ist, welche Kriterien dafür stehen. Solange es keine klar formulierten Ziele gibt werden die Teilnehmer ihre Entscheidungen aufgrund

unterschiedlicher, unausgesprochener Prämissen fällen und damit einen idealen Nährboden für das Dikator-wider-Willen-Syndrom schaffen Prüfen Sie, wo Mauern und Zäune im Weg stehen:Mitglieder eines

Führungsteams konzentrieren sich oft unweigerlich auf Dinge die sie nicht tun können oder dürfen – häufig fühlen sie sich eingeengt durch tatsächliche oder imaginäre unternehmenspolitische Vorgaben.

Es ist von daher wichtig vorab klarzumachen was unverrückbar feststeht und was verändert werden kann und darf. Bringen Sie schnell in Erfahrung wohin das Team tendiert:Es ist hilfreich frühzeitig ein

Gespür zu haben wo man als Team bezüglich einer Entscheidung steht, z.B. indem man vorab eine unverbindliche Abstimmung ansetzt. Auch gewichtete Präferenzen sind eine Möglichkeit, um die Zahl der

Alternativen zu verringern und die Abstimmung leichter zu machen. Benennen Sie das Für und Wider einer Option:Es ist für eine sinnvolle Entscheidung unentbehrlich, den Teilnehmern das Für und Wider

der Optionen deutlich zu machen. Vor allem, da die Entscheider oftmals nur wenig Zeit zur Verfügung hatten, sich in die Thematik einzudenken. Der Autor schlägt an dieser Stelle das Konzept des

Advocatus Diaboli vor. Oben genannte Strategien ermöglichen es einer Pattsituation bei einer Entscheidung zu umgehen. Um das Dikator-wider-Willen-Syndrom wirklich in den Griff zu bekommen gilt es,

laut dem Autor, außerdem folgende Spielregeln zu beachten: Wahren Sie Vertraulichkeit: Ein geschützter Rahmen für Diskussionen ist unentbehrlich, um Teammitglieder das Gefühl zu geben Experimente

machen zu können, und auch bei Überstimmung ihr Gesicht wahren zu können. Setzen Sie einen angemessenen Zeitrahmen: Gerade enge Zeitrahmen führen dazu, dass eine Macht-Entscheidung getroffen werden

muss. Vermeiden Sie dies, indem Sie der Entscheidung Zeit geben, und den Teammitgliedern die Möglichkeit, Alternativen zu entwickeln. 4. Für wen, unter welchen Bedingungen ? Der Beitrag gibt gute

Hilfestellung für all diejenigen die in ihrem Führungsalltag mit Entscheidungssituationen in Teams konfrontiert sind. Er lenkt den Blick auf eine wenig thematisierte mathematische Tatsache, die

bisher im Management kaum Beachtung gefunden hat und zeigt auf wie damit sinnvoll umgegangen werden kann, ohne dabei Unzufriedenheit im Team stiften zu müssen. 5. Wie einzuschätzen ? Ein

interessanter Artikel, der eine für das Management ungewohnte Thematik aufwirft und einen sinnvollen Umgang damit aufzeigt. Auch für Nicht-Mathematiker ist die Logik nachvollziehbar, stellenweise

muss aber der Beitrag zweimal gelesen werden, um dem Autor wirklich folgen zu können.