Der Minuten-Manager schult Hochleistungs-Teams

Größere Projekte machen es erforderlich, dass man zur Bewältigung der Aufgabe ein Team zusammenstellt, das sich dann an die Arbeit macht. Sind damit dann die Probleme gelöst und das Team erledigt alles sofort reibungslos? Nein! Denn die Teammitglieder müssen sich erst einmal zusammenraufen und ihre Rollen finden. Sie müssen lernen, wie sie am besten miteinander zusammenarbeiten. Welche Phasen das Team hierbei durchläuft soll hier kurz aufgezeigt werden.

1. Wer, Wann, Wo ?

Autor: Kenneth BlanchardTitel: Das Minuten-Manager-Buch: Hochleistungs-TeamsErschien 2007 im Rowohlt Taschenbuch VerlagDr. Kenneth Blanchard ist ein international renommierter Unternehmensberater. Außerdem lehrt er als Professor für Betriebspsychologie an der University of Massachusetts und ist ein Mitglied der National Training Laboratories. Seine Consultingfirma "Blanchard Training and Development" im kalifornischen Escondido gehört zu den gefragtesten der USA. Kenneth Blanchard studierte Philosophie, Soziologie und Betriebspsychologie. Seinen Doktor erwarb er mit einer Arbeit über Managementtechniken.

2. Woher, Wohin, Warum ?

Ein neu zusammengestelltes Team braucht Zeit, um zusammenzuwachsen und effizient zu werden. Dabei ist es wichtig, dass man es zunächst lenkt und dirigiert, in späteren Phasen, wenn die nötigen Kenntnisse und Fertigkeiten aufgebaut sind, lockert man dann die Zügel, teilt die Führung und überträgt jedem Mitglied mehr Verantwortung.

3. Was, Wie, Welche Ergebnisse ?

Ein neu zusammengestelltes Team durchläuft zunächst einige Entwicklungsstadien ehe es richtig gut und effizient zu arbeiten beginnen kann. Dies resultiert daraus, weil Teilnehmer zunächst ihre Rolle im Team finden und die Gruppe lernen muss, wie sie untereinander am besten zusammen arbeiten.Die erste Stufe der Gruppenentwicklung ist dabei: OrientierungKennzeichen:- Mäßiger Arbeitseifer bei hohen Erwartungen- Ängste: Wo ist mein Platz in der Gruppe? Was wird von mir erwartet?- Abtasten der Situation und der Zentralfiguren- Abhängigkeit von Autorität und Hierarchie- Bedürfnis, sich in die Gruppe einzugliedern und eine bestimmte Position einzunehmenZweite Stufe: FrustrationKennzeichen:- Wahrnehmen einer Diskrepanz zwischen Hoffnungen und Realität- Unzufriedenheit wegen der eigenen Autoritätsabhängigkeit- Frust: Streit um Ziele, Aufgaben und Aktionspläne- Gefühle von Verwirrung und Inkompetenz- Negative Reaktionen gegenüber Leitern und anderen Teilnehmern- Konkurrenz um Machtpositionen und/ oder Aufmerksamkeit- Erleben von Polaritäten: Abhängigkeit und GegenabhängigkeitDritte Stufe: BeschlussKennzeichen:- Abnehmen der Unzufriedenheit- Überbrückung der Kluft zwischen Erwartungen und Realität- Überwindung von Polarisierungen und Schuldzuweisungen- Entwicklung von Übereinstimmung, Vertrauen, Hilfsbereitschaft und Respekt- Entwicklung von Selbstvertrauen und Zuversicht- Offener Umgang miteinander und vermehrtes Feedback- Teilen von Verantwortung und Kontrolle- Gebrauch einer Team-SpracheVierte Stufe: ProduktionKennzeichen:- Freude darüber im Team mitarbeiten zu können- Kooperatives und eng ineinander verzahntes Arbeiten von Plenum und Untergruppen- "Gemeinsam sind wir stark"-Erlebnis- Selbstbewusstes Herangehen an die Aufgaben- Abwechselndes Führen- Stolz auf erfolgreich gelöste Aufgaben- Hohes LeistungsniveauZusammenfassung:Jedes Team befindet sich in einem der vier Entwicklungsstadien. Dabei durchlaufen die Gruppen zunächst das Stadium der Orientierungsphase, dort ist die Produktivität noch gering, da die Teilnehmer noch keine Klarheit über Ziele und Aufgaben haben. Zudem verfügen sie noch nicht über die nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten, um als Team zu funktionieren. Die Motivation ist noch hoch, weil sie neu im Team und eine gewisse Spannung und Erwartungen vorhanden sind.Die folgenden beiden Stadien sind Stadien der Frustration, die so genannte Meckerphase, denn die Gruppe muss erkennen, dass die hohen Anfangserwartungen nicht leicht zu realisieren sind.Doch dann beginnt die Gruppe zusammenzufinden und lernt wie sie effektiv zusammenarbeitet, indem sie Meinungsverschiedenheiten austrägt und nach und nach Selbstvertrauen aufbaut und an Zusammenhalt gewinnt.Die letzte Phase ist die Schaffensphase. Das Team hat volle Fahrt aufgenommen und die Produktivität ist hoch. Nun haben die Mitglieder gute Kenntnisse, Fertigkeiten und die Motivation eines Hochleistungs-Teams.

4. Für wen, unter welchen Bedingungen ?

Das Buch ist vor allem für diejenigen Führungskräfte gedacht, die viele Projekte zusammen mit einem Team bearbeiten müssen.Darüber hinaus ist es aber auch interessant für jeden, der mit Teams zu tun hat, und wissen möchte warum ein Team funktioniert und vor allem welche Stadien es durchlaufen muss, bis es letztendlich effektiv funktioniert.

5. Wie einzuschätzen ?

Die Theorie wird anschaulich anhand von Entwicklungsstadien verschiedner Gruppen dargelegt. Der Leser erkennt so direkt die Kerngedanken der Theorie und sieht am Ende, wie sich Teams entwickeln und welche Maßnahmen nötig sind.Die gut verständliche Theorie kann leicht von jeder Führungskraft ausprobiert werden, sofern sie häufig neue Teams aufstellen muss oder bestehende Teams mit ganz neuen Aufgaben betraut.