Mehr Mut im Management: Muster brechen und Experimente wagen

Schon längst wird in der Managementrhetorik das Ende der kausalen und berechenbaren Welt betont. Unser tägliches Handeln steht jedoch meist im krassen Gegensatz dazu und wir versuchen wie eh und je technokratisch konditioniert Wege zur Beherrschung komplexer Systeme zu finden. Die Autoren stellen vor diesem Hintergrund mit ihrer Idee des Experimentierens einen mächtigen Ansatz zur Veränderung von Systemen dar und präsentieren somit eine richtungsweisende Möglichkeit, klassische Reaktionsmuster zu durchbrechen.

1. Wer?, Wann?, Wo?

››Mehr Mut im Management: Muster brechen und Experimente wagen‹‹; erschienen in: HR Today – Das Schweizer Human Resource Management-Journal, 11/2008. Die Autoren: Dr. Dirk Osmetz, Ingenieur und promovierter Wirtschaftswissenschaftler, Lehr- und Forschungstätigkeit am Institut für Internationales Management der Universität der Bundeswehr München, Lehrbeauftragter an diversen Fachhochschulen und Universitäten, Erfahrungsschwerpunkte in den Gebieten Führung und Veränderungsmanagement, mehrjährige Führungs- und Beratungserfahrung, Partner der Musterbrecher® Managementberater Osmetz + Kaduk Partnerschaft, Mitautor des Buches «Musterbrecher – Führung neu leben» Dr. Stefan Kaduk, Diplom-Kaufmann, seit 1996 Unternehmensberater, Lehr- und Forschungstätigkeit am Institut für Personal- und Organisationsforschung und am Institut für Internationales Management, Universität der Bundeswehr München, Erfahrungsschwerpunkte auf den Gebieten Personal- und Changemanagement, Partner der Musterbrecher® Managementberater Osmetz + Kaduk Partnerschaft, Mitautor des Buches «Musterbrecher – Führung neu leben»

2. Woher?, Wohin?, Warum?

Die Autoren plädieren nach mehrjähriger Führungs- und Managementforschung verstärkt für eine Reflexion der Prämissen auf deren Grundlage unsere alltäglichen Führungsmuster aufbauen. Es ist an der Zeit verbindlich zu hinterfragen, welches Bild wir von den Menschen in unseren Organisationen haben, wie wir grundlegend mit Komplexität umgehen und welche Erwartungen wir an die Rolle von Führungskräften stellen. Ein weiteres Perfektionieren des Bestehenden ist der falsche Weg!

3. Was?, Wie?, Welche Ergebnisse?

Ausgehend von Forschungsergebnissen und den Erlebnissen im Rahmen paralleler Beratungspraxis konnte festgestellt werden, dass Experimente ein mächtiges Werkzeug sind um unmittelbar am Musterbruch bis dato unreflektierter Gewohnheiten zu arbeiten. Die Besonderheit liegt in deren Ergebnisoffenheit und der nicht vorhandenen Vorstrukturierung – gleichzeitig warnen die Autoren davor, Experimente mit fahrlässigem Herumprobieren gleichzusetzen.

4. Für wen?, Unter welchen Bedingungen?

Der Artikel empfiehlt sich für jeden, der die Grenzen kausal-linearer Instrumente zur Beherrschung komplexer Systeme spürt und statt an einer Perfektionierung des Bestehenden vielmehr an einer verbindlichen Reflexion der grundlegenden Prämissen interessiert ist. Nichtsdestotrotz sind sich die Autoren bewusst, dass Experimente auch scheitern können –in diesem Fall besteht die Möglichkeit wichtiger und richtungsweisender Lernimpulse.

5. Wie einzuschätzen?

Das mächtige Instrument des Experimentierens sehen die meisten Menschen eng verknüpft mit den Naturwissenschaften und deren Forschungsvorhaben. Osmetz und Kaduk liefern in ihrem Artikel einen spannenden Einblick in den Grundgedanken, auch im Kontext von Management und Führung von  Organisationen zu experimentieren. Anhand der angeführten Beispiele aus der Praxis wird dabei schnell deutlich, dass mittels eines durchaus mutigen Einlassens auf diese Idee Systeme radikal und nachhaltig verändert werden können. Weiterführende Literatur: 857Buch_Bild.gif Wüthrich, H.A. / Osmetz, D. / Kaduk, S. (2008): Musterbrecher – Führung neu leben; 3., überarbeitete und erweiterte Auflage; Gabler-Verlag, Wiesbaden 2008. Mehr Mut im Management.pdf