Die effektive Führungspersönlichkeit

In dem Werk "Die effektive Führungspersönlichkeit: Prinzipienorientiert managen" wird ein Schlaglicht auf die verschiedenen Führungsstile geworfen und anhand der prinzipienorientierten Führung aufgezeigt, welche Vorteile diese gegenüber den anderen häufig praktizierten Führungsstilen hat.

1. Wer, Wann, Wo ?

Autor: Stephen R. CoveyTitel: Die effektive Führungspersönlichkeit: Prinzipienorientiert managenErschien 2008 vom Campus Verlag, 4. AuflageDr. Stephen R. Covey gilt als der Top-Experte auf dem Gebiet des "Human Performance Management". Er ist als Sprecher auf internationalen Bühnen ebenso gefragt, wie als Berater von Unternehmen und Instituten. Zu seinen Klienten zählen multinationale Konzerne, Top-Manager und Regierungschefs. Stephen Covey ist Mitbegründer und Vice Chairman des weltweit operierenden FranklinCovey Instituts, mit mehr als 140 internationalen Vertretungen. Und er ist ein Visionär, der vor allem an Effektivität als Motor für das Wachstum von Individuen und Unternehmen glaubt.Stephen Coveys Kernthema ist "effektiv arbeiten und leben". Es ist zentrales Motto seiner Bücher und seiner zahlreichen Vorträge. Seine Prinzipien und Visionen bilden auch die Grundlage der Arbeit des FranklinCovey Instituts, das für seine Kunden "messbare Effektivitätssteigerung" mit Hilfe von speziell entwickelten Programmen und Analyse-Instrumenten erarbeitet.

2. Woher, Wohin, Warum ?

In vielen Unternehmen werden auch heute noch die traditionellen Führungsstile wie "Androhung von Strafen" oder "Belohnung für Leistung" angewandt. Doch die Welt verändert sich und die Menschen wollen sich auch in der Arbeit wohl fühlen und brauchen dies, um wirklich sehr gute Leistungen dauerhaft bringen zu können und dabei gesund zu bleiben.Dies ist häufig noch nicht der Fall und in vielen Jobs stumpfen die Menschen ab und kündigen nach einiger Zeit innerlich oder arbeiten gar gegen das Unternehmen von innen heraus.Stephen R. Covey nimmt sich dem Thema an und entwickelt, basierend auf seiner jahrelangen Erfahrung, den prinzipienorientierten Führungsstil unter dem die Mitarbeiter durch Selbstbestimmung und Verantwortung Freude und Sinn an ihrer Arbeit finden. Dadurch sind dauerhaft gute Leistungen sehr viel wahrscheinlicher.

3. Was, Wie, Welche Ergebnisse ?

Im Folgenden sollen vier Management- Paradigmen gezeigt werden.a. Wissenschaftliches Management-Paradigma:In diesem Denkmodell ist der Mensch vorwiegend von wirtschaftlichen Bedürfnissen bestimmt. Das bedeutet, dass mit Zuckerbrot die Mitarbeiter motiviert und mit der Peitsche bestraft werden. Der Manager hat uneingeschränkte Autorität, die er auch gebraucht.Er bestimmt und trägt auch die Verantwortung für alles. Im Zentrum dieses Paradigmas steht das Ziel, die wirtschaftlichen Bedürfnisse zu befriedigen. Das Streben nach finanzieller Sicherheit ist das Hauptanliegen des Individuums.b. Paradigma der Human Relations:In diesem Paradigma haben die Menschen nicht nur einen Bauch, sondern auch ein Herz, also soziale Werte.Der Manager muss seine Mitarbeiter nicht nur gerecht, sondern auch freundlich, höflich korrekt behandeln. Die Manager agieren auch hier in einem geschlossenen Zirkel und gehören hierbei zu einer Elite. Die Macht und Kontrolle liegen bei ihnen.Es gilt die Annahme des sozioökonomischen Menschen, der nicht nur materielle Bedürfnisse hat, sondern auch soziale.Der Manager ist in diesem Paradigma der freundliche, wissende Vater, der für die Angestellten sorgt, solange sie sich seinen Wünschen fügen.c. Das Paradigma der Human Resources.Neben den Faktoren Gerechtigkeit und Freundlichkeit, wird hier auch die Effizienz einbezogen.Dieses Paradigma würdigt die Psyche des Menschen. In ihm ist verankert, dass der Mensch nicht nur wirtschaftliche Sicherheit und soziale Zugehörigkeit braucht, sondern sich auch persönlich weiterentwickeln will und seine Ziele erfüllt werden. Die Aufgaben des Managers liegen auch darin die ungenutzten Fähigkeiten der Mitarbeiter aufzudecken und zum Wohle des Unternehmens einzusetzen.d. Prinzipienorientierte Führung:Zu den Faktoren Gerechtigkeit, Freundlichkeit und Effizienz, kommt hier noch die Effektivität dazu.Hier wird der Mensch als Ganzes betrachtet, nicht nur als ökonomisches, soziales und psychologisches Wesen. Menschen haben einen Geist und suchen einen Sinn in dem was sie tun.Prinzipienorientierte Stärke:Die Führenden sind absolut integer und vertrauenswürdig, aufgrund dessen wird ihnen viel Vertrauen und Respekt entgegen gebracht. Die Mitarbeiter erkennen die Führungsstärke freiwillig an. Ihr Engagement stellt ein kluges, aufrichtiges und bedingungsloses Leisten dar.Die Grundlage basiert auf gegenseitigem Respekt. Entscheidungen werden ausschließlich auf der Grundlage von anerkannten Werten getroffen. Die Vorstellungen beider Seiten sollen zusammenkommen, dies kann allerdings nicht erzwungen werden.Die prinzipienorientierte Stärke entsteht, wenn beide Seiten ihre jeweiligen Interessen einem höheren Ziel unterordnen, was gemeinsames Ideal voraussetzt. Kontrolle wird hierbei von innen ausgeübt – nämlich durch Selbstkontrolle. Der Führende kann dann Einfluss nehmen, wenn der Geführte an die Vertrauenswürdigkeit glaubt.Die prinzipienorientierte Führungsstärke kommt angewandt bisher selten in den Unternehmen vor.Die Elemente des prinzipienorientierten Paradigmas.Das Paradigma der prinzipienorientierten Führung besteht aus vier Ebenen und Prinzipien.

  • Menschen: Paradigma basiert auf der Effektivität des Menschen. Die Unternehmenskultur ist ein Ausdruck dessen, wie sich die Mitarbeiter selbst, ihre Kollegen und ihr Unternehmen sehen.
  • Das Ich: Wenn wir sinnvolle Dinge herbeiführen wollen, müssen wir dort beginnen, wo wir selbst Einfluss ausüben können. Wirklicher Wandel kommt von innen.
  • Stil: Ein partizipativer Führungsstil fördert nicht nur Innovationsbereitschaft, Initiative und Engagement, sondern hat auch zur Folge, dass das Verhalten der Mitarbeiter weniger vorhersehbar wird und die Manager ein gewisses Maß an Kontrolle aufgeben müssen. Würde an Kontrollbefugnissen festgehalten, so entstünde ein Klima der Resignation.
  • Fertigkeiten: Delegation, Kommunikation und Verhandlungsführung sind wichtige Bereiche, deren Beherrschung zur guten Arbeit nötig ist.
  • Gemeinsame Visionen und Prinzipien: Leistungsvereinbarungen, die nach dem "Prinzip Win-win" aufgebaut sind, und die auf gemeinsamen Prinzipien beruhen, geben beiden Seiten ausreichend Freiraum, um eigene Prioritäten zu setzen. Z.B. können Mitarbeiter eigene Projekte bekommen, bei denen ihnen der Vorgesetzte unterstützend zur Seite steht.

4. Für wen, unter welchen Bedingungen ?

Das Buch ist in erster Linie gedacht für Führungskräfte und Entscheider in Unternehmen, jedoch gibt es auch dem interessierten Leser neue Einblicke und Ideen in die Welt von besseren Führungsstilen.

5. Wie einzuschätzen ?

Das Buch ist in viele kleine Kapitel unterteilt, wodurch man gelegentlich ein bisschen die Struktur und den roten Faden vermisst. Die Theorie ist in viele Geschichten aus der Praxis eingebettet, wodurch sich das Buch sehr flüssig und interessant lesen lässt.Allerdings baut die Theorie in vielen kleinen Bausteinen aufeinander auf, was es etwas schwierig macht das Gesamtbild der Gedanken vor dem geistigen Auge zu halten. Aus diesem Grunde wird der Leser sich mehrmals ausgiebig mit der Materie beschäftigen müssen, um sie verinnerlichen zu können.Unter dem Strich jedoch ein lesenswertes Buch, das neue wichtige Ideen bereithält, um die eigenen Führungsergebnisse zu verbessern.

Hegele_Lang__Die effektive Führungspersönlichkeit.pdf