Restrukturierung als Chance

Deutschland ist Europameister in punkto Unternehmenspleiten wobei die Ursachen vielfältig sind: Kostensteigerungen, dünne Eigenkapitaldeckungen oder die schlechte Zahlungsmoral von Geschäftspartnern. Verschlimmert werden viele Unternehmenskrisen durch zu spätes Reagieren der Verantwortlichen. Die Autoren stellen vor dieser Ausgangslage ein Restrukturierungskonzept für Krisenzeiten – gestützt durch Erfahrungen der Roland Berger Strategy Consultants – vor.

1. Wer?, Wann?, Wo? Die Autoren: Bernd Brunke, Associate Partner bei Roland Berger Strategy Consultants, BerlinDr. Karsten Derks, Project Manager bei Roland Berger Strategy Consultants, Berlin Der

Originalartikel "Restrukturierung als Chance. Der Weg aus der Unternehmenskrise" ist in der Ausgabe 03/2003 der zfo erschienen und wurde exklusiv für das org-portal bereitgestellt. Registrierte

Nutzer und registrierte Mitglieder der gfo und der SGO können die Langfassung zu diesem Kurzformat auf dem org-portal einsehen. 2. Woher?, Wohin?, Warum?Die Studie Ursachen und Erfolgsfaktoren von

Restrukturierungen von Roland Berger Strategy Consultants kommt zu dem Ergebnis, dass deutsche Unternehmen in Krisensituationen nur in Ausnahmefällen rechtzeitig handeln. Der Zeitverzug beträgt dabei

bis zu drei Jahre. Werden dann Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet – an denen oft kein Weg vorbei führt – sind viele Unternehmen bereits in einem existenzkritischen Stadium. Roland Berger Strategy

Consultants hat auf der Grundlage von Erfahrungen von über 1 400 Beratungsprojekten einen dreistufigen Restrukturierungsplan entwickelt, der sich in die Schritte Bestandsaufnahme, Erarbeitung eines

Grobkonzepts und die darauf folgende Detailkonzipierung unterteilen lässt. Das Grobkonzept selbst gliedert sich in die Module der finanziellen, operativen und strategischen Restrukturierung. Die

Effekte dieser drei Restrukturierungsfelder werden wiederum in einer integrierten Businessplanung als Klammer des Gesamtkonzepts zusammengefasst. So wird sichergestellt, dass alle Auswirkungen der

eingeleiteten Maßnahmen auf die Eigenkapital- und Liquiditätsausstattung dokumentiert werden. Die Umsetzung des gesamten Restrukturierungskonzepts basiert auf den Säulen: Implementierung der

Projektorganisation, Strukturierung und Planung der notwendigen Maßnahmen sowie der Einrichtung eines zeitnahen Monitoring- und Reportingprozesses. Bereits während der Erstellung des

Restrukturierungskonzepts können Sofortmaßnahmen eingeleitet werden. Darüber hinaus werden strategische Möglichkeiten und Chancen einer Insolvenz mit Restrukturierung dargestellt. 3. Was?, Wie?,

Welche Ergebnisse?Unternehmenskrisen entstehen nicht über Nacht. Umso verständlicher ist, dass ein Turnaround nicht kurzfristig erreicht, sehr wohl aber auf der Grundlage von Indikatoren – von

neutraler Seite – prognostiziert werden kann. Neben der konsequenten Bestandsaufnahme sind die Erstellung eines Restrukturierungskonzepts, dessen stringente Umsetzung und die Einbeziehung aller

Stakeholder, wesentliche Erfolgsfaktoren. Insbesondere bei der Nutzung sämtlicher Möglichkeiten einer Restrukturierung – ggf. auch in der Insolvenz, die in Zukunft eher eine Chance als eine Bedrohung

darstellen wird – sind das Vertrauen und die Mithilfe aller Beteiligten von ausschlaggebender Bedeutung. 4. Für wen?, Unter welchen Bedingungen?Der Artikel empfiehlt sich insbesondere für

Führungskräfte die in unternehmensstrategischen Entscheidungs- und Verantwortungsräumen tätig sind und an einem praxisorientierten Restrukturierungskonzept interessiert sind. 5. Wie

einzuschätzen?Brunke und Derks präsentierten ein Restrukturierungskonzept, das aus der Praxis heraus entwickelt wurde und sich bereits in den vielfältigsten Beratungsprojekten behaupten musste.

Gleichwohl man sich bewusst ist, kein Patentrezept zu besitzen, ermöglicht die vorgeschlagene Struktur ein aktives Gestalten in turbulenten Krisenzeiten und trägt dazu bei, das Risiko, in einen

reaktiven Aktionismus zu verfallen, zu reduzieren.

zfo_3_2003_Brunke_Derks.pdf