Tagungsbericht zur SGO Herbsttagung 08: "Leadership Dynamics – Führung neu leben"

Vom Banker über die Medienexpertin zu Fussballtrainer Ottmar Hitzfeld. Sie alle hatten Ende Oktober auf der SGO Herbsttagung 08 Führungsprofis mit tiefen Einblicken bereichert. Besonders herausfordernd war das Referat von Wissenschaftler Hans A. Wüthrich. Er empfahl, das eigene Führungssystem Experimenten auszusetzen.

1. Wer, Wann, Wo ?

250 Gäste begrüßte Dr. Markus Sulzberger am 30. Oktober im Zürcher Park Hyatt zur SGO Herbsttagung 2008, die unter dem Motto "Leadership Dynamics – Führung neu leben" stand. Der Präsident der SGO (Schweizerische Gesellschaft für Organisation und Management) forderte, der Mensch und das Menschliche müssten wieder stärker ins tägliche Führen integriert werden.

2. Woher, Wohin, Warum ?

Leadership und Führung sind in den heutigen Zeiten der unaufhaltsamen Veränderungen und Unsicherheiten mehr denn je gefragt. Dabei sind neue, differenzierte Ansätze notwendig, die bei der SGO Herbsttagung aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet wurden.

3. Was, Wie, Welche Ergebnisse ?

Prof. Dr. Hans A. Wüthrich von der Münchner Universität der Bundeswehr sprach zum Thema "Leadership schafft Wettbewerbsvorteile 2. Ordnung". Damit meint der Inhaber des Lehrstuhls für Internationales Management Führung, die mit Mustern bricht, Leidenschaft sowie frei atmende Organisationen. "Nutzen Sie die kollektive Intelligenz", rief er den Gästen zu. Zu stereotyp sei das Rollenbild des allwissenden Managers. Zu stark würden sich Führungspersönlichkeiten zudem von der Arbeit innerhalb des bestehenden Systems absorbieren lassen. Stattdessen lohne es sich, genauso viel Zeit und Energie zu investieren, das System per se mit Experimenten zu testen, das Bestehende mit neuen Ansätzen zu irritieren und aus den Beobachtungen wertvolle Schlüsse zu ziehen.

Ingrid Deltenre, Direktorin des Schweizer Fernsehens, strich die Bedeutung ihrer Teams heraus und betonte den Wert der Bereitschaft, die besten Köpfe um sich zu scharen. "Das sind oft nicht die einfachsten Menschen", fügte sie mit einem Schmunzeln hinzu. Dr. Ulrich F. Zwygart schlug in die gleiche Kerbe: "Ich möchte eine Führungskultur etablieren, in der sich die Mehrheit wohl fühlt und in der kritische Stimmen ernst genommen werden." Wer später umsetzen müsse, solle gemäß dem Global Head Learning & Development der Deutschen Bank in London schon in die Entscheidungsfindung miteinbezogen werden.

Fussballtrainer Ottmar Hitzfeld, heute Coach des Schweizer Nationalteams, sprach vor allem über Menschen und ihre Beziehungen zueinander. "Wie verbessere ich einen Spieler, ohne ihm die Kritik so zu servieren, dass er sie nicht akzeptiert?" sei für seine Arbeit eine zentrale Frage. "Ich muss mich in meine Spieler einfühlen und sie ernst nehmen. Beidseitige Loyalität, Solidarität und Ehrlichkeit sind für mich die Regeln, die es einzuhalten gilt, um Erfolge feiern zu können."

Unter der Leitung von Franz Fischlin, Moderator der Tagesschau des Schweizer Fernsehens, wurden die wichtigsten Erkenntnisse des Tages bei einem Podiumsgespräch zusammengefasst.

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4. Für Wen, unter Welchen Bedingungen ?

Die Herbsttagung richtete sich diesmal insbesondere an Personenkreise, die mit dem Thema Führung und der Fragestellung "Wie führe ich mich und wie führe ich andere?" in ihren täglichen Arbeitsabläufen konfrontiert sind. Das abwechslungsreiche Programm trug dazu bei, dass das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet werden konnte.

5. Wie einzuschätzen ?

Leadership Dynamics - Führung neu leben, das bedeutet vor allem die erfolgreiche Bewältigung von Phasenübergängen in der Unternehmensentwicklung, die Reflexion in der täglichen Führungsarbeit unter Einbezug neuer Erkenntnisse aus verschiedenen Disziplinen und die Anwendung innovativer Kommunikationsformen.