Einzigartigkeit schlägt Employability

Fachwissen verliert in der Arbeitswelt an Bedeutung und in Zukunft werden Einzigartigkeit, Kreativität und empathische Fähigkeiten wichtiger sein als Abschlüsse. Imke Keicher thematisiert vor diesem Hintergrund die Bedingungen morgiger Arbeitnehmerkarrieren und die unternehmerische Herausforderung einer effizienten Nutzung höchst individueller Potentiale.

1. Wer?, Wann?, Wo?>>Einzigartigkeit schlägt Employability – Das Jobmodell der Zukunft<<, erschienen in: managerSeminare – Das Weiterbildungsmagazin, November 2008, Heft 128, S.66-71. Die

Autorin: 839imke_keicher.jpgImke Keicher ist selbständige Unternehmensberaterin und Trendforscherin für Innovation Economy, Creative Work und New Leadership am Zukunftsinstitut Kelkheim. 2. Woher?,

Wohin?, Warum?Obligatorisch und plausibel für Arbeitnehmer erschien immer die konsequente Ausrichtung an den Anforderungen des Arbeitsmarktes bzw. an den Bedürfnissen der einstellenden Unternehmen –

ganz im Sinn der Employability-Logik. So konnte sich jeder Bewerber sicher sein, dass er im Korridor der idealtypischen Sollprofile von Assessement- und Beurteilungsverfahren lag. Doch wie viele

individuelle Potentiale gehen durch die damit verbundene Assimilation von Fähig- und Fertigkeiten verloren? Wie groß ist die Gefahr der Ersetzbarkeit, geschaffen durch ein sich immer ähnelnderes

Massenangebot von Arbeitnehmerprofilen? Die Autorin ist davon überzeugt, dass diejenigen, die sich mit einem markanten Profil von persönlichen Stärken, Talenten und Leidenschaften positionieren

langfristig die besseren Chancen am Arbeitsmarkt haben und zusätzlich nachhaltigere Werte für ihre jeweilige Organisation schaffen. 3. Was?, Wie?, Welche Ergebnisse?Das Konzept der Einzigartigkeit –

Imke Keicher hat in diesem Zusammenhang den Begriff "Uniquability" geprägt – wird Employability als dominierendes Konzept des Beschäftigungsmarktes ablösen. Im Vordergrund steht dabei die Nutzung von

persönlichen, einzigartigen Zusammenstellungen aus Talenten und Leidenschaften, denn Leidenschaft macht Leistung, so die Autorin. Neben Uniquability benennt Keicher Kreativität und empathische

Fähigkeiten als zweite und dritte Schlüsselkompetenz der Arbeitswelt von morgen. Die große Herausforderung von Unternehmen besteht darin, sich Kreativität als Wettbewerbsfaktor nutzbar zu machen. Die

Fähigkeit, sich in andere Menschen hineinzuversetzen, ihre Gefühle zu erkennen und so ihr Handeln zu verstehen, bezeichnet die Autorin dabei als Voraussetzung für die Wirksamkeit von Uniquability und

Kreativität. 4. Für wen?, Unter welchen Bedingungen?Imke Keicher beschäftigt sich in ihrem Artikel mit der spannenden Frage warum in Zukunft für erfolgreiche Karrieren eher Einzigartigkeit statt

Abschlüsse zählt. Vor diesem Hintergrund erscheint die Thematik sowohl für Unternehmensvertreter, als mögliche Förderer und Nutzer von Uniquability, als auch für jeden, der seine individuelle

Karriere plant, interessant. 5. Wie einzuschätzen?Die Relativierung der klassischen Musterkarriere wird seit einiger Zeit in wissenschaftlicher Literatur und Praxis thematisiert. Imke Keicher weckt

darüber hinaus das Interesse durch eine Akzentuierung empathischer Fähigkeiten als Schlüsselkompetenz zukünftiger Arbeitswelten und greift damit, insbesondere vor dem Hintergrund häufig

identifizierter "Beziehungslosigkeit" in der heutigen Arbeitswelt, eine höchst spannende und richtungsweisende Thematik auf. Empfohlene Literatur:Keicher, Imke; Brühl, Kirsten: Sie bewegt sich doch!

Neue Chancen und Spielregeln für die Arbeitswelt von morgen; orell füssli, Zürich 2008. Martens, Andree: Das Management von morgen. Welche Megatrends die Zukunft prägen; erschienen in:

managerSeminare, März 2008, Heft 120, S. 30-36.Meyer, Jens-Uwe: Kreativitätsmanagement: Mit System zu Ideen; erschienen in: managerSeminare, Oktober 2006, Heft 103, S. 44-47.