Standpunkt: Herausforderung Weiterbildung!

Weiterbildung muss gezielt – speziell – effizient und effektiv sein. Heinz-Josef Botthof stellt in seinem Standpunkt dar, wie der aktuellen Herausforderung Weiterbildung zu begegnen ist.

1. Wer, Wann, Wo ?Heinz-Josef Botthof, Volkswirt und Organisator MdO, ist Business Development Manager bei der Plaut Business Consulting GmbH und Leiter der Plaut Management Training in Ismaning.

Darüber hinaus fungiert er als Regionalleiter für die gfo und ist als Ansprechpartner für die Region Bayern zuständig.2. Woher, Wohin, Warum ?Mehr denn je muss Weiterbildung auf die kombinierte

Vermittlung von hard und soft facts bei der Qualifizierung achten. Das erfordert jedoch einen engen Dialog mit allen Beteiligten verbunden mit dem Ziel, dass jeder Mitarbeiter exakt die Qualifikation

erhält, die er aktuell benötigt und die ihn beruflich weiterbringt.3. Was, Wie, Welche Ergebnisse ?Das Jahr 2007 zeigte deutlich den Nachholbedarf im Bereich Weiterbildung und diese Entwicklung wird

sich im laufenden Jahr sicherlich unvermindert fortsetzen. Die Wirkung hat sich in den Arbeitstrukturen zwar noch nicht in allen Fällen eingestellt, denn das benötigt Zeit und eine gewisse

Kontinuität. Die immer wieder zu lesenden Berichte über Facharbeitermangel sind u.a. ein Ergebnis der jahrelangen Zurückhaltung bei der Weiterbildung. Bei den aktuellen Presseberichten können wir

zuversichtlich sein, dass der Stellenwert von Weiterbildung bei den Entscheidern in den Unternehmen deutlich zugenommen hat. Allerdings zeigt sich nun wieder ein anderes bekanntes Problem: viele

wollen Weiterbildung durchführen, die Mitarbeiter haben aber gerade aktuell noch weniger Zeit. Das gefährdet den Transfer des neuen Wissens in den Alltag. Mehr denn je muss Weiterbildung daher

gezielt - speziell - effizient und effektiv sein. Das erfordert einen engen Dialog mit allen Beteiligten. Der Mitarbeiter soll exakt die Qualifikation erhalten, die er aktuell benötigt und die ihn

beruflich weiterbringt.Mit Blick auf die aktuellen Anforderungen im Berufsalltag muss noch stärker als bisher auf die Kombination aus den so genannten weichen und harten Themen geachtet werden. Nach

meiner Überzeugung ist bei vielen Themen eine Trennung in soft und hard ungünstig. Zum einem wird man dem Mitarbeiter nicht gerecht und qualifiziert ihn unvollständig, zum anderen ist es weiterhin

so, dass "soft" keine Konjunktur hat. Selbst wenn z.B. ein Mitarbeiter zum Thema neue Software oder Prozessorganisation etwas erfährt, muss er in diesem Zusammenhang etwas über die Zusammenhänge von

Change Management und Überzeugungsarbeit (also Kommunikation) hören. Mit welchen Schwierigkeiten bei der Belegschaft oder im Management muss er rechnen und wie kann er damit umgehen. Die Akzeptanz

der Teilnehmer für Soft-Themen ist zudem höher, wenn die Inhalte in einer Veranstaltung mit Hard-facts geboten werden. Andernfalls bleiben die soften Themen immer auf der Strecke.Betrachten wir in

dem Zusammenhang eine Schlüsselaufgabe: Qualifizierung von Führungskräften. Führung bleibt ein ständiges Thema. Das Bewusstsein mit guter Führung in einem Unternehmen zusammen mit den Mitarbeitern

mehr erreichen zu können, ist vermutlich überall vorhanden. Was aber ist gute Führung? Das Spannende an uns Menschen ist unsere Vielfalt und Individualität. Wir haben verschiedene Fähigkeiten und

Neigungen und können einzelne Dinge sehr gut, andere schlecht oder gar nicht. In genau dieser Heterogenität liegt der Erfolg für z.B. gute Projektarbeit und in Summe für die in den Unternehmen

erzielten Ergebnisse. In der aktuellen Situation der meisten Unternehmen mit enormer zeitlicher Belastung, fehlendem Personal und vollen Auftragsbüchern stört uns aber genau diese heterogene Struktur

beim Personal. Sie wird als Last empfunden, die uns zwingt, Themen mehrfach zu diskutieren, Spannungen auszuhalten und zu glätten, Unruhe zu ertragen. Was wir häufig im Blick haben ist "unser" Ziel.

Aber ist es auch das Ziel der anderen? Ist es das richtige Ziel?Diese Fragen können in einer arbeitsteiligen Welt mit zunehmend komplexeren Strukturen nur gemeinsam bearbeitet und beantwortet werden.

Und wir können hoffen, dass unsere Querdenker im Unternehmen noch den Mut haben, ihre Position zu nennen und nicht auch schon den Tunnelblick haben.Es ist eine vielfältige Mixtur aus Themen, die mit

dem Komplex Führung in Verbindung stehen. Unternehmenskultur, Werte, Kompetenzförderung, Zielorientierung, situative Führung, Emotionale Intelligenz, Kommunikation sind nur einige davon. Vermitteln

der Themen genügt aber bei weitem nicht! Es muss der Spielraum für die Führungskraft gegeben sein, die neuen Erkenntnisse im Alltag umzusetzen. Daher ist es wichtig top down alle Führungskräfte in

Maßnahmen zum Thema Führung einzubinden. Seminare, Workshops und Coaching können als Instrumente genutzt werden. Aber: bitte nicht als kurzes Strohfeuer! Nach den Maßnahmen ist es sehr wichtig, die

gemeinsam erarbeiteten Umsetzungsziele zu überwachen und zu kontrollieren. Vom Erfolg profitieren alle – Mitarbeiter, Führungskräfte, Unternehmen, Kunden.Gestalten Sie die Qualifizierung nach dem

Slogan:Qualifizierung mit den Mitarbeitern – für die Mitarbeiterund denken Sie immer daran:Nur was exakt passt, findet die nötige Akzeptanz!4. Für Wen, unter Welchen Bedingungen ?Für alle, die an

einer aktuellen Diskussion interessiert sind!5. Wie einzuschätzen ?Kurz und prägnant stellt Heinz-Josef Botthof seine Sicht der Dinge dar. In kompakter Form weist er auf die Herausforderungen und die

Lösungsansätze einer adressatengerechten Weiterbildung hin. Ein Beitrag, der zur Diskussion anregt!