Anforderungen an die moderne Rede - Rhetorik à la USA

Deutsche Führungskräfte verlassen sich meist bei Reden auf reine Fakten-Vorträge ohne Emotionen und Showeffekte. Der Beitrag zeigt auf welche Kriterien ein guter Vortrag ausmacht und wie diese erreicht werden können. Dabei bedient sich der Beitrag Wissenschaftlern und Praktikern die Einblick die Rhetorik-Kunst von amerikanischen Managern geben.

1. Wer, Wann, Wo ?

erschienen in ManagerSeminare. Heft 124, Juli 2008, S. 32-40,Autor: Monika Schaake

2. Woher, Wohin, Warum ?

Die Bedeutung von guten, die Zuhörer mitnehmenden Reden und Vorträgen nimmt immer mehr zu. Es gilt hierbei nicht möglichst viel Information in den Vortrag zu packen und damit das Publikum zu überfordern und zu langweilen. Sondern es gilt vielmehr die Zuhörer für Thesen und Ideen zu begeistern und auf ihre Seite zu ziehen. Bislang ist die Relevanz dessen den meisten Führungskräften aber nicht bewusst und die Zuhörer werden mit vollgepackten Powerpoint-Charts und abgelesenen Texten abgespeist.

3. Was, Wie, Welche Ergebnisse ?

Gerade im Wirtschaftsbereich in welchem Management und Führungskräfte immer wieder gefordert sind Reden zu halten ist diese Kunst bisher leider noch nicht als solche erkannt worden. Dies gilt insbesondere für unsere Breitengrade. In den USA werden bereits in den Schulen Debattier- und Rhetorikkurse durchgeführt, die den Führungsnachwuchs auf ihre wichtige Überzeugungsarbeit vorbereiten. Den das ist es was Management und Führung in hohem Ausmaß bedeutet: Menschen von Ideen und Visionen überzeugen und zum Mitgehen bewegen.

Das zunehmend internationale Publikum wie potentielle Kunden oder Investoren, aber auch die Mitarbeiterschaft oder Stakeholder eines Unternehmens wollen und müssen daher auf einer anderen, emotionaleren Ebene abgeholt werden, um eine Verbindung mit dem Vortragenden und seiner Idee eingehen zu können. Es geht dabei vordergründig um Authentizität und Glaubwürdigkeit in der Rolle als Vertreter des Unternehmens und nicht als unabhängige Person. Dies ist nach Alexander Ross, Redenexperte, ein zentraler Aspekt. Ein stimmiges Gesamtbild, z.B. als Vorstand eines Konzerns ist von nicht zu unterschätzender Bedeutung für das Image und den Transport der referierten Ideen.

Nach einer im Beitrag angeführten Studie macht der Vortragsstil, also etwa Tonfall oder Betonung 61% eines gelungenen Vortrages aus. Diese Erkenntnis lässt Einblicke in die hohe Relevanz von Emotionalität und dessen Bedeutung für den Erfolg einer Rede zu.Der Artikel zeigt hierzu vier wichtige Trends moderner Reden:

Zuschauerorientierung:Jede Rede muss auf ihr Publikum abgestimmt sein. Beispielsweise sollten Quartalszahlen für den Aufsichtsrat und die Mitarbeiterversammlung in unterschiedlicher Art und Weise aufbereitet werden, um die Zuhörerschaft jeweils wirklich zu erreichen.

Personalisierung:Die Öffentlichkeit will zunehmend Unternehmen mit Gesichtern verbinden, daher wird Selbstdarstellung, in der Rolle als Unternehmensvertreter, immer wichtiger. Dem sollte Rechnung getragen und ein Profil entwickelt werden, welches zur Funktion im Unternehmen passt.

Emotionalisierung:Um das Publikum von einer Idee zu überzeugen muss der Vortrag die Gefühle der Zuhörer ansprechen. Emotionen können auf verschiedene Weise ausgelöst werden: Story-Telling, Kopf-Kino oder Story-Theatre werden hier genannt.

Visualisierung:Dies entspricht etwa der Aufgabe des Bühnenbildes bei einer Theateraufführung. Sie soll den Text unterstützen, muss aber notwendigerweise zum Stil des Redners passen. Außerdem sollte die Art der Visualisierung dem Thema und der Zielgruppe angepasst werden.

4. Für wen, unter welchen Bedingungen ?

Der vorliegende Beitrag ist für alle hilfreich die immer wieder vor der Herausforderung stehen Menschen mittels Vorträgen zu überzeugen oder zu begeistern. Er gibt einen guten Überblick in diesem Bereich über die Defizite von deutschen Führungskräften und stellt eine gute Quelle für weiterführende Information dar.

5. Wie einzuschätzen ?

Durch eingängige Beispiele und unterstützt von Experten macht der Artikel deutlich wie groß die Bedeutung von guten Reden ist und zukünftig sein wird. Er lenkt damit den Blick auf den oftmals vernachlässigten Aspekt des "Do-how" und zeigt auf, was beachtenswert ist. Insgesamt eine gute Richtungsweisung und Hilfestellung.