Systematische Einführung von Internen Kontrollsystemen (IKS) zur Corporate Governance-Durchsetzung

Die Rechtsvorschriften und Haftungsgrundlagen für die Organmitglieder, wie Vorstand, Aufsichtsrat oder Geschäftsführer sind im Zuge der Bilanzierungsskandale der letzten Jahre wesentlich verschärft worden. Gefordert werden Interne-Kontrollsysteme (IKS) zur nachweisbaren Einhaltung der Rechtsvorschriften. Hartmut Binner beleuchtet in seinem Beitrag die Herausforderungen, die mit einem solchen Compliance Management einhergehen.

1. Wer, Wann, Wo ?

Prof. Dr.-Ing. Hartmut F. Binner ist Autor zahlreicher Beiträge und Grundlagenwerke zu den Themen Organisations- und Prozessgestaltung sowie Wissensmanagement.

Nach mehrjähriger leitender Tätigkeit in der Industrie, ist er seit 1978 Professor an der FH Hannover, dort zuständig für den Studienschwerpunkt "Integriertes Organisations- und Prozessmanagement". 2005 erfolgte die Gründung des Bildungsinstituts "PROF. BINNER AKADEMIE", das sich aus der 1994 gegründeten "Dr. Binner Consulting & Software" entwickelte.

2. Woher, Wohin, Warum ?

SOX, TransPuG und Basel II sind nur einige Rechtsvorschriften und Haftungsgrundlagen, die im Zuge der Bilanzierungsskandale der letzten Jahre für den Wiederaufbau und die Aufrechterhaltung der Rechtssicherheit im Bilanzierungswesen beitragen sollen. Gegenstand dieser Rechtsvorschriften sind dabei alle Prozesse und Kontrollen, die im Zusammenhang mit der Rechnungslegung stehen, mit dem Ziel, das Risiko eines fehlerhaften Bilanzausweises zu minimieren.

3. Was, Wie, Welche Ergebnisse ?

Zentrales Instrument bildet hierbei die Etablierung eines Internen-Kontrollsystems (IKS), welches zum Nachweis der Einhaltung und zur Kontrolle der Rechtsvorschriften dient und diese für den Abschlussprüfer nachvollziehbar dokumentiert. Die Gesamtheit aller notwendigen Maßnahmen zur Regelüberwachung und -befolgung wird als Compliance bezeichnet.

Die Konzeption, Einführung und der Betrieb eines IKS erfolgen aufgrund der hohen Komplexität idealerweise auf einer softwaregestützten Plattform. Dabei lässt sich das Vorgehen zum Aufbau eines systematischen IKS in sechs Einzelschritte untergliedern. Angefangen mit dem Aufbau einer IKS-Projektorganisation, in welcher u.a. zunächst Rahmenbedingungen abgesteckt und Ziele vereinbart werden, über die Konzipierung und Einführung des IKS, bis hin zur Inbetriebnahme, regelmäßigen Audits und rollierenden Management-Reviews wird der strukturierte Aufbau und rechtskonforme Betrieb des IKS sichergestellt. Unterstützt und ergänzt wird diese Vorgehensweise durch eine strukturierte und nachvollziehbare Mehrebenenbetrachtung, welche die Organisationsgestaltungsebene mit der betriebswirtschaftlichen Gestaltungsebene und der IT-Gestaltungsebene sinnvoll miteinander verknüpft und die kritischen Prozesse mit Hilfe geeigneter BPM-Software identifiziert und integriert steuert. Die Abbildung und Zuordnung relevanter Steuerungsparameter zu den einzelnen Geschäftsprozessen wird dadurch möglich und die Schnittstellen und Verantwortlichkeiten werden transparent.

Diesem speziellen Thema und weiteren interessanten Fragen rund um Compliance Management und IT-Integration stellt sich der Potsdamer gfo-Management-Kongress. Vom 29.-30. September 2008 erhalten Interessierte die Möglichkeit, sich in Form von Grundsatz- und Impulsreferaten über praxisorientierte und ganzheitliche Lösungen zur Umsetzung von Compliance Management zu informieren. Weitere Informationen zum Potsdamer gfo-Management-Kongress erhalten Sie unter gfo-Management-Kongress.pdf oder schauen Sie einfach in den gfo-Veranstaltungskalender und informieren Sie sich über weitere aktuelle Vorträge zu interessanten Themen.

4. Für Wen, unter Welchen Bedingungen ?

Der Beitrag richtet sich in erster Linie an alle Personenkreise, die direkt oder indirekt von den aktuellen Anforderungen des Compliance Managements betroffen sind. Aber auch für interessierte Leser, die sich lediglich mittelbar mit den Themen Prozess- und IT-Integration befassen, bietet dieser Beitrag wertvolle Anknüpfungspunkte.

5. Wie einzuschätzen ?

Die Thematik bzw. Problematik des Compliance Managements entwickelt sich ständig weiter. Ein ganzheitlicher Compliance-Ansatz erfordert die Einhaltung sämtlicher Regeln und Vorschriften. Die Koppelung eines von Rechtswegen geforderten Internen-Kontrollsystems an den Betrieb einer anforderungsgerechten und softwaregestützten Workflow- bzw. BPM-Lösung kann dabei nur von Vorteil sein und scheint unter Berücksichtigung der steigenden Komplexität auf lange Sicht alternativlos.