Einführung in Systemtheorie und Konstruktivismus

Fritz B. Simon stellt in seiner Einführung in >>Systemtheorie und Konstruktivismus<< die grundlegenden Zusammenhänge und Begrifflichkeiten der beiden Theorierichtungen vor. Trotz des zum Teil hohen Abstraktionsgrades der Thematik gelingt es Simon dabei, die verwobenen und komplexen Inhalte verständlich und leserfreundlich zu entschlüsseln und darzulegen.

1. Wer?, Wann?, Wo?Autor: Fritz B. Simon ist Professor für Führung und Organisation an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Witten/Herdecke. Er arbeitet außerdem als

systemischer Organisationsberater, Psychiater und Familientherapeut und ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher Fachartikel und Bücher. 796buch_01.jpg>>Einführung in Systemtheorie und

Konstruktivismus<<, Carl-Auer Verlag, 3. Auflage, Heidelberg 2008, 120 Seiten 2. Woher?, Wohin?, Warum?Die beiden eng miteinander verbundenen Theorierichtungen Systemtheorie und

Konstruktivismus haben heute u.a. für das Management zentrale Bedeutung erlangt. Damit einher geht, dass sich viele Anwender und Praktiker regelmäßig mit den komplexen und vernetzten Inhalten der

Thematiken konfrontiert sehen, ein schlüssiger Zugang aber nicht immer sofort vorhanden ist. Im vorliegenden Buch bereitet Fritz B. Simon deshalb die Theoriestränge so auf, dass neben ihrem

historischen Kontext ihre Gemeinsamkeiten, Unterschiede, ihre innere Logik und besonders die Konsequenzen für den Praktiker deutlich werden. 3. Was?, Wie?, Welche Ergebnisse?Simon beschreibt und

erklärt in seiner Einführung in Systemtheorie und Konstruktivismus ein breites Spektrum an verwobenen und komplexen Inhalten. Ausgehend von der Descartesschen Trennung von Subjekt und Objekt

kontrastiert er das grundlegend andere Verständnis unterschiedlicher Systemtheorien und deren Entwicklungsschritte. Dabei werden Begrifflichkeiten wie Dissipative Strukturen, Kybernetik 1. und 2.

Ordnung sowie Chaos- und Komplexitätstheorie verständlich abgegrenzt und ihre Beziehungen zueinander deutlich dargestellt. Darauf aufbauend wird der Leser mitgenommen in die Welt Autopoietischer

Systeme, versteht klar deren Besonderheiten und kann auf einmal logisch nachvollziehen, warum aus der Perspektive des 2. Beobachters Realität aus der Gleichung des Errechnens heraus gekürzt ist.

Simon erklärt verständlich, warum externe Einflüsse, also Perturbationen oder Irritationen, das Verhalten autopoietischer Systeme zwar verändern können aber nicht in der Lage sind, es deterministisch

zu steuern. Wahrheit wird zu Viabilität, Systemreaktionen wie Assimilation und Akkommodation werden für den Leser verständlich differenziert dargestellt und warum Kommunikationen die kleinsten

Elemente sozialer Systeme sind wird auch nachvollziehbar aufbereitet. Trotz des hohen Anspruchs der thematisierten Modelle und Theorien verliert Simon nicht den Praxisbezug und macht immer wieder

deutlich, welche Konsequenzen für die Praxis mit den beschriebenen und erklärten Zusammenhängen einhergehen. Im letzten Kapitel fasst er darüber hinaus seine 10 Gebote des systemischen Denkens als

mögliche Rezeptur für den Bereich praktischer Anwendungen zusammen. 4. Für wen?, Unter welchen Bedingungen?Der große Vorteil systemtheoretischer Überlegungen liegt darin, dass sie aufgrund ihrer

Abstraktheit auf unterschiedlichste Phänomenbereiche und Inhalte angewandt werden können. Deshalb ist Simons Einführung für jeden empfehlenswert, der ein grundlegendes Verständnis der Systemtheorie

und des Konstruktivismus erlangen möchte oder auch erneut Klarheit und Struktur in sein bereits vorhandenes Wissen über die Thematik bringen möchte. 5. Wie einzuschätzen?Simon gelingt es, die

anspruchsvollen Bereiche Konstruktivismus und Systemtheorie praxisnah und verständlich darzulegen. Der Leser wird trotz der anspruchsvollen Zusammenhänge nicht unnötig im Lesefluss behindert und auch

Neulinge der Thematik bekommen schnell eine umfassende Skizze dargeboten. Darüber hinaus bietet die konsistente theoretische Basis eine Hilfestellung für jegliches Handeln in unserer von

Unsicherheiten, Dynamik und Komplexität geprägten Welt.