Hard & Soft Facts zur Prozessverbesserung - Teil 2: Six-sigma

In seiner mehrteiligen Artikelreihe beschreibt Dr. Reiner Hutwelker nacheinander und ausführlich die Methoden KVP, six-sigma und Führung zur Verbesserung von Geschäftsprozessen.

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1. Wer, Wann, Wo ?

Dr. Reiner Hutwelker arbeitete 6 Jahre als Prozessberater in der Siemens-Unternehmensberatung. Er ist seit 10 Jahren selbständiger Berater und Trainer für KVP und six-sigma.

2. Woher, Wohin, Warum ?

Six-sigma und KVP sind zwei Seiten einer Medaille. Beide Management-Philosophien zielen auf Prozessverbesserungen. Sie unterscheiden sich jedoch im Ziel und Umfang der Verbesserungsthemen sowie in den eingesetzten Werkzeugen und damit in den Anforderungen an die Einführung und Promotoren der Verbesserung. Das Ziel der 33-seitigen Langfassung zu diesem Beitrag ist es, die six-sigma-Methodik dem Leser anhand eines leicht verständlichen Beispiels darzustellen.

3. Was, Wie, Welche Ergebnisse ?

Six-sigma fokussiert Prozessthemen, die vom Management als wichtig und dringlich eingestuft werden. Projektthemen können aus unterschiedlichen Quellen, wie z.B. Kundenbeschwerden, Performance-Indikatoren, einer Balanced Score Card, etc., stammen. Diese Themen werden in einer klaren Rollenverteilung bearbeitet: Fachpromotoren mit entsprechender Methodenkenntnis, die so genannten Black & Green Belts, führen die Projekte durch. Machtpromotoren, auch als Sponsoren, Champions oder Paten bezeichnet forcieren und unterstützen das Projekt mit den notwendigen finanziellen, materiellen und zeitlichen Ressourcen. Der methodische Rahmen der six-sigma-Projekte wird durch den DMAIC-Circle beschrieben. Er bietet einen chronologischen Leitfaden zu Auswahl und Einsatz von Werkzeugen. Insbesondere die statistischen Verfahren stellen einen höheren Anspruch an die Fachpromotoren, als es bei KVP der Fall ist. Dafür erlaubt six-sigma sehr gezielt an Einflussgrößen zu drehen, um Ereignisgrößen wie Qualität, Kosten, Zeit und Produktivität zu verbessern. Beherrschte und fähige Prozesse erhält man, indem man die Einflüsse des Prozesses identifiziert und so verändert, dass die Einflüsse zielkonform ausgerichtet werden. Hierzu bedient sich six-sigma dem DMAIC-Circle, dessen fünf Phasen Define, Measure, Analyse, Improve und Control Werkzeuge enthalten, die chronologisch und nahezu rezeptartig eingesetzt werden können und die nachfolgend kurz erläutert werden, da sie in der Langfassung dieses Beitrags ausführlich besprochen werden.

Die Define-Phase hat den Zweck, das Projektthema zu klären, es abzugrenzen, Schwerpunkte zu setzen sowie Verantwortliche und Teams zu benennen und Ziele zu vereinbaren. In der Measure-Phase werden Einflussgrößen und Ergebnisse mathematisch formalisiert. Ziel ist es, die bedeutsamen Einflussgrößen zu finden, mit denen die kritischen Ergebnisse verändert werden können. Zweck der Analyse-Phase ist es, Zusammenhänge zwischen den gemessenen Ergebnissen und Einflussgrößen statistisch nachzuweisen, um Stellschrauben für die nachfolgende Improve-Phase finden zu können. In der Improve-Phase werden die in der Analyse-Phase identifizierten Stellschrauben so eingestellt, dass sie den Kundenanforderungen entsprechen. Die Control-Phase dient dazu, die Veränderungen in der Prozessleistung statistisch abzusichern, über den Zeitlauf zu überwachen und ggf. zu steuern. Der Kreislauf leitet somit die Problembearbeitung von der Klärung des Problems bis zur Überwachung der Lösung. Anders verhält es sich mit den hypothesengeleiteten, statistisch prüfenden Vorgehensweisen. Diese finden in den empirischen Wissenschaften schon lange Anwendung und können durch ihren universellen Charakter auch bei der six-sigma-Methode eingesetzt werden. Dabei gilt es zu beachten, dass nicht jedes Werkzeug notwendigerweise eingesetzt werden muss. Vielmehr ist six-sigma offen für jedes nützliche Tool, das zur Zielerreichung beiträgt.

4. Für Wen, unter Welchen Bedingungen ?

Der Beitrag eignet sich hervorragend für alle, die sich für das Thema Prozessverbesserung und damit einhergehend die six-sigma-Methodik interessieren. Für Einsteiger liefert er einen guten Einstieg, der die Eckpunkte und Vorgehensweisen darstellt. Fortgeschrittene erhalten einen gelungenen Überblick zum Thema und die Vorstellung zahlreicher, anwendungsgerechter Werkzeuge und Einsatzmöglichkeiten.

5. Wie einzuschätzen ?

Im zweiten Teil seiner mehrteiligen Reihe zur Prozessverbesserung gelingt es Reiner Hutwelker, das Thema six-sigma in konsistenter und verständlicher Weise für den Leser aufzuarbeiten. Neben Zweck und Einsatzmöglichkeiten zahlreicher Tools, erläutert er die six-sigma Methodik anhand eines selbst gewählten und einfachen Beispiels und gewährleistet so die Übertragbarkeit der Thematik auf individuelle Problemstellungen. An dieser Stelle sei auch auf seinen ersten Beitrag zur Prozessverbesserung, Hard & Soft Facts zur Prozessverbesserung - Teil 1: KVP, verwiesen, der für interessierte org-portal-Nutzer ebenfalls bereitsteht.