Persönlichkeit, Entscheidung und Verhalten - Warum es so schwierig ist, sich und andere zu verändern

Das Buch "Persönlichkeit, Entscheidung und Verhalten - Warum es so schwierig ist, sich und andere zu verändern" von Gerhard Roth gibt einen umfassenden Einblick in die Schule der Hirnforschung und ermöglicht einen interessanten Transfer auf Situationen des Arbeitsalltages von Führungskräften und Managern mittels Schaffung von Verständnis der Funktionsweise des Gehirns z.B. beim Treffen von Entscheidungen oder bei Belohnungen.

1. Wer, Wann, Wo ?

Buch:Persönlichkeit, Entscheidung und Verhalten – Warum es so schwierig ist, sich und andere zu verändern,3. Aufl., Stuttgart 2007

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Der Autor Gerhard Roth, deutscher Neurobiologe und Hirnforscher, ist Professor für Verhaltensphysiologie an der Universität Bremen, außerdem Direktor des Bremer Instituts für Hirnforschung und Präsident der Studienstiftung des dt. Volkes.Seine Forschungsschwerpunkte sind kognitive und emotionale Neurobiologie bei Wirbeltieren, theoretische Neurobiologieund Neurophilosophie.

2. Woher, Wohin, Warum ?

Unsere Persönlichkeit, Entscheidungen und Verhalten sind wesentliche Elemente die unseren alltäglichen Umgang mit anderen in der Gesellschaft beeinflussen. Vor allem auch im Bereich des Managements sind dies Faktoren die es zu verstehen gilt, wenn es darum geht, Einfluss auf Entscheidungen und andere Menschen, wie z.B. Mitarbeiter, zu nehmen.

Gerhard Roth zeigt in seinem Buch "Persönlichkeit, Entscheidung und Verhalten – warum es so schwierig ist, sich und andere zu verändern" auf, wie unser Gehirn diesbezüglich funktioniert und welche Zusammenhänge darin mit unserer Persönlichkeit, und damit mit unserem allgemeinen und unserem Entscheidungsverhalten, bestehen.

3. Was, Wie, Welche Ergebnisse ?

Verstehen der Ursachen von Verhaltensweisen und Entscheidungen, eigenen oder denen anderer - dies kann gerade in komplexen Situationen, in welchen sich Führungskräfte immer wieder finden, vorteilhaft sein.

Gerhard Roth bringt in seinem Buch dem Leser die Komplexität des menschlichen Gehirns und seine Funktionsweise bzgl. der menschlichen Persönlichkeit, seiner Entscheidungen und seines Verhaltens näher und schafft damit mehr Verständnis für sich selbst und andere.

Grundlage hierfür bildet die Erkenntnis, dass der unbewusste Teil des Hirns einen größeren und wesentlicheren Teil ausmacht als bisher angenommen. Dies gilt nicht nur für die menschliche Persönlichkeit, sondern auch für das Verhalten und die Entscheidungen die wir an den Tag legen. Roth stellt auch fest, dass unsere bewussten Ziele und Motive mit denen unseres Unbewusstseins und unserer unbewussten Persönlichkeit übereinstimmen müssen, damit wir zufrieden sein können. Dies hat u.a. Implikationen für die verbreiteten Anreizsysteme in Unternehmen, da diese unterstellen, dass Mitarbeitende fremdbestimmt sind.

Persönlichkeit wird bereits durch Gene und der individuellen Hirnentwicklung determiniert. Auch vorgeburtliche und frühe nachgeburtliche Erfahrungen und schließlich psychosoziale Einflüsse während des Kind- und Jugendalters haben Ihren Einfluss darauf.Dies führt Roth weiterhin zu der Erkenntnis, dass Veränderungen der Persönlichkeit nur begrenzt möglich sind.

Außerdem bedingt der vergleichsweise hohe Energieverbrauch, bereits im Zustand der Ruheaktivität, das Trachten des Gehirns nach Tätigkeiten die möglichst wenig oder gar kein Bewusstsein brauchen, da das Bewusstsein sehr viel Energie kostet.

Weiterhin erläutert Roth, wie das Gehirn mit komplexen Entscheidungen umgeht. Wenn eine Situation auch nur mäßig komplex ist, ist unser Denken schnell überfordert. Dies hängt mit der äußerst beschränkten Verarbeitungskapazität unseres Arbeitsgedächtnisses und der damit eng verbundenen Konzentrationsfähigkeit zusammen. Verstand und Vernunft haben also einen schweren Stand, wenn es um umfassende Entscheidungen geht.

Gerhard Roth bringt dies folgendermaßen auf den Punkt: "Es gibt eine höhere Vernunft als Verstand und Intellekt, nämlich die des Herzens".

Es reicht also nicht aus Entscheidungen und Verhaltensweisen auf Ratio zu begründen, sondern man sollte vielmehr auch das Gefühl, das Unbewusste befragen und darauf hören.

4. Für wen, unter welchen Bedingungen ?

Das Buch von Gerhard Roth gibt einen guten Einblick in die Funktionsweise des Gehirns und welchen Einfluss es auf unser alltägliches Handeln im Arbeitsleben hat. Wer sich inspirieren lassen möchte, seine Denkkategorien zu erweitern und einen neuen Blickwinkel zu eröffnen, sollte sich mit der Disziplin der Neurobiologie und Hirnforschung und deren Beitrag zum Management befassen. Gerhard Roth bietet einen guten Einstieg für interessierte Führungskräfte.

5. Wie einzuschätzen ?

Ein Buch das einen Einstieg in die Schule der Hirnforschung eröffnet und einen Transfer von dessen Erkenntnissen zum Management ermöglicht.

Zusammenfassung_Roth_Persoenlichkeit_Entscheidung_und_Verhalten.pdf