Boosting gains by breeding brains: Knowledge culture as a success factor

Dieser Artikel zum Thema Wissenskultur erschien 2007 in der neuseeländischen Zeitschrift human resources. Darin wird Bezug genommen auf eine Studie bei der Schweizerischen Post, welche die Ausprägung der Wissenskultur in vier Geschäftsbereichen untersuchte. Die Autoren stellten fest, dass die Geschäftsbereiche mit erhöhter Wettbewerbsintensität über eine stärker ausgeprägte Wissenskultur verfügen. Zudem konnten sie zeigen, dass diese Geschäftseinheiten eine bessere Produktivität aufweisen. Daher empfehlen die Autoren, die Entwicklung einer solchen Kultur voranzutreiben, indem auf der Ebene der Mitarbeitenden, der Strukturen, der Technologie sowie beim Management angesetzt wird.

1. Wer, Wann, Wo ?

Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Norbert Thom, Direktor des Instituts für Organisation und Personal (IOP) der Universität Bern, Dr. Bettina Anne Sollberger, ehemalige Doktorandin am IOP und jetzige Leiterin des Wissensmanagements bei der Schweizerischen Post und David Luethi, wissenschaftlicher Assistent am IOP, haben folgenden Artikel verfasst:

  • Thom, Norbert/Sollberger, Bettina Anne/Luethi, David (2007): Boosting gains by breeding brains: Knowledge culture as a success factor. In: human resources, New Zealand's magazine for human resource professionals, volume 12, no 2, p. 28-30

2. Woher, Wohin, Warum ?

Das systematische Wissensmanagement gewinnt im Zuge der rasanten technologischen Entwicklung immer mehr an Bedeutung.

Nur wer seine Wissensressourcen bestmöglich ausschöpft, kann sich langfristig auf dem Markt behaupten.

Die Unternehmens- bzw. Wissenskultur ist ein zentrales Element des Wissensmanagements, welche es positiv zu beeinflussen gilt.

3. Was, Wie, Welche Ergebnisse ?

Der Artikel befasst sich mit einer Studie zum Thema Wissenskultur, die bei der Schweizerischen Post durchgeführt wurde. Untersucht wurden die Geschäftsbereiche ExpressPost, PaketPost, PostFinance sowie PostMail. Dabei wurde sowohl ein quantitativer als auch ein qualitativer Untersuchungsansatz gewählt.

Die Autoren stellten folgende drei Hypothesen auf: Zum einen vermuteten sie einen positiven Zusammenhang zwischen der Wissenskultur und der Qualität des Wissensmanagements. Zum anderen sollten die Geschäftseinheiten, welche stärker dem Wettbewerb ausgesetzt sind, über eine bessere Wissenskultur verfügen. Des Weiteren erwarteten die Autoren, dass Geschäftseinheiten mit einer gut entwickelten Wissenskultur über eine bessere Produktivität verfügen.

Nachfolgend sind die drei zentralen Ergebnisse der Studie aufgeführt:

1. Wissenskultur:Die Geschäftseinheiten mit einer guten Wissenskultur hatten auch ein besseres Wissensmanagement.

2. Wettbewerb:Die Wettbewerbsintensität beeinflusst die Wissenskultur der Geschäftseinheiten. Je mehr Wettbewerb vorhanden ist, desto besser entwickelt ist die Wissenskultur.

3. Produktivität:Die Studie liefert starke Evidenz dafür, dass die Produktivität durch eine gute Wissenskultur positiv beeinflusst wird.

Diese Ergebnisse zeigen, dass Instrumente des Wissensmanagements (z. B. Intranet) eingesetzt werden sollten, um die Wissenskultur zu verbessern.

4. Für wen, unter welchen Bedingungen ?

Der Artikel ist für Theoretiker und Praktiker geeignet, die sich für das Thema Wissensmanagement interessieren.

5. Wie einzuschätzen ?

Die Schweizerische Post als Untersuchungsobjekt ist erkenntnisfördernd, weil sich die verschiedenen Geschäftsbereiche bezüglich der Wettbewerbsintensität unterscheiden. Daher kann der Zusammenhang zwischen der Wettbewerbsintensität und der Wissenskultur systematisch betrachtet werden. Die erwähnte Studie liefert zudem starke Evidenz für den Aufbau eines systematischen Wissensmanagements.