Die Jeder-kann-mitmachen-Ökonomie. Wirtschaftsprinzip Wikinomics

Don Tapscott beschreibt in seinem Buch, welches dieser Artikel zum Thema hat, ein Wirtschaftsprinzip , das keinen Unterschied mehr macht zwichen internen Mitarbeitern und externen Mitwirkenden. Vorbild ist einmal mehr Wikipedia, Treiber der Entwicklung sind die Wissensarbeiter selbst.

1. Wer, Wann, Wo ?

erschienen in managerSeminare. Das Weiterbildungsmagazin, Heft 117, Dezember 2007, S. 20-23, Autor: Axel Gloger

Das Buch zum Text: Don Tapscott, Anthony D.Williams: Wikinomics.Die Revolution im Netz; Hanser Wirtschaft, München 2007

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Don Tapscott ist Professor an der Joseph L. Rotman School of Management der Universität Toronto. Außerdem ist er Mitinhaber der Unternehmensberatung New Paradigm.

2. Woher, Wohin, Warum ?

Der Artikel beschreibt kurz und prägnant die Grundidee des Wikinomics-der These Tapscotts, Unternehmen werden wie Wikipedia sein.Dieser These liegt die Erkenntnis zugrunde, dass außerhalb des eigenen Unternehmens viel Intelligenz vorhanden ist, die von der Unternehmung als Ressource genutzt werden muss. Durch die Virtualisierung der Welt mittels Internet müssen die Mitarbeiter weder festangestellt, noch vor Ort im Büro sein. Vielmehr ermöglicht es einen "hyperleichten Infofluss" der es erlaubt, externe Experten jederzeit hinzuzuziehen. Der Beitrag beinhaltet einige interessante Beispiele von Firmen die dies erfolgreich umgesetzt haben und nun erfolgreicher sind denn je.

3. Was, Wie, Welche Ergebnisse ?

Das Internet ermöglicht das Wirtschaften nach dem Wiki-Prinzip: "Jeder ist überall erreichbar, Zeit und Raum spielen keine Rolle mehr, die Kosten der Kommunikation gehen gegen Null". So beschreibt Tapscott die neuen Bedingungen.Unternehmen ahmen die Arbeitsweise von Wikipedia nach. Die Vorteile beschreibt der Autor mittels dreier Aspekte:

Mehr Flexibilität gewinnen: Ressourcen werden nicht mehr dauerhaft gebunden, sondern nur bei Bedarf hinzugezogen.

An Tempo zulegen: Geschwindigkeit ist ein wesentlicher Faktor auf umkämpften Märkten. Prozesse werden schneller, wenn sie nebeneinander und nicht nacheinander gelagert werden. Die dafür benötigten Kapazitäten werden bei Bedarf von extern hinzugezogen.

Know-how-Zufuhr ermöglichen: Die Intelligenz außerhalb der eigenen Unternehmung gewinnt an Bedeutung. Nur Unternehmen, denen es gelingt, diese Intelligenz für sich bei Bedarf zu nutzen, werden wettbewerbsfähig bleiben.

Die Prinzipien von Wikinomics:

Offenheit: "Das neue Modell ist eine Organisation, deren Außenmauern porös sind. Sie lässt externe Ideen und Wissenskapital hinein – und profitiert davon", so Tapscott.

Wissensteilung: Es wird nicht mehr differenziert zwischen angestellten und externen Mitarbeitern. Auch Außenstehende werden in den betrieblichen Informationsfluss einbezogen. Das Motto lautet: Wissen teilen bringt mehr als Wissen horten.

Verlängerte geistige Werkbank: Aufgaben werden außerhalb der eigenen Unternehmung erledigt, weil der externe Pool an geeigneten Partnern größer ist.

Peering statt Hierarchie: Es sollen Werte mit den Menschen geschaffen werden die gerade erreichbar sind. Dies geschieht über virtuellen Kontakt mit den entsprechenden Experten. Damit wird eine horizontale Zusammenarbeit ohne Chef ermöglicht, welche die Kräfte der Selbstorganisation nutzt.

Der Kunde produziert mit: Die Grenzen zwischen Hersteller und Kunde verschwinden mehr und mehr.

Die Prämissen des Wikinomics gelten allerdings nicht für alle Unternehmen. Es gibt Firmen für die es tödlich enden würde, würden Sie ihre Betriebsgeheimnisse offen preisgeben. Beispielsweise Coca-Cola und seine geheime Rezeptur. Diese Unternehmen leben und profitieren davon, mehr zu wissen als der Markt und seine Wettbewerber.Auch hoch spezifische Aufgaben, wie die Konstruktion eines Automobils, sind besser in einer althergebrachten Unternehmensform aufgehoben.Ein weiterer Grund für das Weiterbestehen von Unternehmen liegt darin, dass jemand entscheiden muss welche Informationen aus dem Wiki-Kosmos brauchbar sind und welche nicht. Die Ideen sind sicherlich zahlreich und kompetent, sind allerdings nicht immer gleich verwendungsfähig.Nichtsdestotrotz ist das Prinzip ein interessanter Aspekt der für viele Unternehmen relevant und gewinnbringend sein kann!

4. Für wen, unter welchen Bedingungen ?

Dieser Artikel zeigt anschaulich auf, welche Einflüsse die zunehmende Virtualisierung auf die Unternehmen haben und wie Firmen davon profitieren können. Für diejenige die sich inspirieren lassen möchten, Unternehmen ohne Grenzen zu sehen, ist der Beitrag empfehlenswert.

5. Wie einzuschätzen ?

Ein Beitrag der dazu anregt die Virtualisierung der Welt auf ungewohnte Weise zu transferieren und die Vorteile daraus zu erkennen.

Weiterführende Literatur und Links:312www.wikinomics.com/blog313www.innocentive.com