Management by Dialectics – Strategische Unternehmensführung zwischen Denken und Handeln

Matthias Tomenendal stellt einen anderen Ansatz im Umgang mit strategischen Entscheidungssituationen vor, der, im Gegensatz zu den klassischen Konzepten, nicht eine Reduzierung der Komplexität anstrebt, sondern darauf abzielt, frühzeitig Handlungsalternativen zu generieren und diese dann gründlich zu durchdenken, bevor eine konkrete Entscheidung getroffen wird.

1. Wer? Wann? Wo? Matthias Tomenendal ist Professor für Management und Consulting an der Berlin School of Economics. Zuvor war er Unternehmensberater bei The Boston Consulting Group in Düsseldorf und

Warschau. Seine Spezialgebiete sind Strategisches Management, Operations Management, Strategische Unternehmensberatung, Management der Berater-Klienten-Schnittstelle, Internationalisierung durch

virtuelle Organisationen."Management by Dialectics – Strategische Unternehmensführung zwischen Denken und Handeln." Berlin. August 2007. 2. Woher? Wohin? Warum? Es wird ein neuer Ansatz im Umgang mit

strategischen Entscheidungssituationen vorgestellt, der, im Gegensatz zu den klassischen Konzepten, nicht eine Reduzierung der Komplexität anstrebt, sondern darauf abzielt, frühzeitig

Handlungsalternativen zu generieren und diese dann gründlich zu durchdenken, bevor eine konkrete Entscheidung getroffen wird. 3. Was? Wie? Welche Ergebnisse? Hervorgehoben wird einleitend die

Wichtigkeit vernetzten, lateralen Denkens im Hinblick auf die Kernaufgabe einer jeden Unternehmensführung: das Treffen von strategischen Entscheidungen in komplexen Handlungssituationen. Hierfür

eignen sich klassische Management-by-Konzepte nicht, die den Eindruck vermitteln, es gäbe einfache und klar gerichtete Handlungsweisungen für komplexe, strategische Entscheidungssituationen. So

plädiert der Autor für eine dialektische Sichtweise, die nicht kompromisslos eine Komplexitätsreduzierung anstrebt, sondern vielmehr gegensätzliche Standpunkte und Handlungsweisen ausdrücklich mit

einbezieht. Bereits in der Antike war die Dialektik eine Methode, anhand derer die Philosophen die Wahrheit durch Frage und Antwort zu ermitteln suchten. Über die Begriffsdefinitionen von Platon und

Hegel kommt Tomenendal schließlich auf Clausewitz zu sprechen, der die Dialektik auf das strategische Denken übertrug. Mit Clausewitz' Begriffsdefinition übernimmt der Autor die Ansicht, dass

strategische Entscheidungen durch detailliertes Durchdenken alternativer Entscheidungsoptionen vorbereitet werden sollen, deren Auflösung nicht durch weiteres Denken, sondern allein durch das

entschlossene Handeln des Strategen erfolgt. Hieraus zieht der Autor Schlüsse für sein neues Konzept Management by Dialectics (© Tomenendal 2007): Vom grundlegenden Ansatz der Dialektik ausgehend,

soll das Denken bewusst in verschiedene, durchaus gegensätzliche Richtungen gelenkt werden und dabei nicht auf eine spezifische Ausrichtung fixiert bleiben, sondern sich zwischen den Extrempunkten

hin- und herbewegen. Auf diese Weise soll ein tieferes Verständnis für Wirkungszusammenhänge entwickelt werden. 4. Für wen? Unter welchen Bedingungen? Der Beitrag richtet sich an alle, die

strategische Entscheidungen zu treffen haben und die klassischen Management-by-Konzepte, welche vorrangig eine Komplexitätsreduzierung anstreben, nicht für sonderlich hilfreich erachten. Manager

sollen dazu ermuntert werden, mithilfe des neuen Ansatzes Management by Dialectics (© Tomenendal 2007) die Entscheidungsfindung in komplexen Handlungssituationen zu trainieren und beständig weiter zu

entwickeln. 5. Wie einzuschätzen? Der 7-seitige Beitrag stellt das neue Konzept Management by Dialectics (© Tomenendal 2007) vor: dem Manager wird empfohlen, den Möglichkeitenraum unter

ausdrücklicher Berücksichtigung der extremen Polaritäten gedanklich aufzuspannen, Bedingungen und Folgen gründlich zu durchdenken und sich dadurch eine gute Ausgangsposition für eine individuelle

Entscheidung zu schaffen.

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