Process Excellence durch outputorientierte Unternehmensführung

Die Mehrzahl der am Markt agierenden Unternehmen kann sich heute eine rein auf Inputgrößen ausgerichtete Unternehmensführung kaum noch leisten. Vorbei sind die Zeiten ungesättigter Märkte und der Massenproduktion. Kunden- und serviceorientierte Organisationsstrukturen bilden die branchenübergreifende Voraussetzung für nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit. Unter dem Schlagwort Process Excellence beschreibt Prof. Hartmut Binner den Weg zu einer prozessorientierten und damit zukunftsfähigen Organisationsstrukur.

1. Wer, Wann, Wo ?

Prof. Dr.-Ing. Hartmut F. Binner ist Autor zahlreicher Beiträge und Grundlagenwerke zu den Themen Organisations- und Prozessgestaltung sowie Wissensmanagement. Nach mehrjähriger leitender Tätigkeit in der Industrie, ist er seit 1978 Professor an der FH Hannover, dort zuständig für den Studienschwerpunkt "Integriertes Organisations- und Prozessmanagement". 2005 erfolgte die Gründung des Bildungsinstituts "PROF. BINNER AKADEMIE", das sich aus der 1994 gegründeten "Dr. Binner Consulting & Software" entwickelte.

Die Langfassung zu diesem Beitrag bildet die Zusammenfassung einer von Prof. Binner auf dem diesjährigen gfo-forum gehaltenen Grundlagen-Präsentation zum Thema "Process Excellence im Dienstleistungsbereich".

2. Woher, Wohin, Warum ?

Der Trend von einer rein auf Ressourcen bezogenen, inputorientierten Unternehmensführung zu einer outputorientierten, nachfragebezogenen Managementsicht, ist heute kaum mehr von der Hand zu weisen. Parallel dazu verändern sich traditionelle aufbau- und ablauforganisatorische Modelle, die sich im Sinne des "Structure follows Process follows Strategy"-Ansatzes vom klassisch funktionsorientierten zu einem prozess- und strategiefokussierten Organisationsverständnis entwickeln.

Nachfolgender Beitrag befasst sich mit dieser strategischen Neuausrichtung und beschreibt den Weg zur prozessorientierten Organisationsentwicklung.

3. Was, Wie, Welche Ergebnisse ?

Der Wandel von der klassischen auf die Massenproduktion ausgerichtete tayloristischen Produkt- und Hierarchiedenkweise zu einer auf die Kunden und Mitarbeiter fokussierten und erfolgsorientierten Prozesssichtweise verdeutlicht die Hinwendung zu einer output- und damit marktorientieren Unternehmensführung. Die neuen Handlungsfelder spiegeln sich auch in den aktuellen Managementkonzepten wider, so z.B. im TQM-, KVP, EFQM- und dem Balanced Scorecard-Ansatz. Geimeinsam bilden diese Ansätze die Basis für ein Transformationsprozessmodell, das den betriebswirtschaftlichen Rahmen für eine kunden- und serviceorientierte, d.h. outputorientierte Unternehmensführung bildet. Die hieraus abzuleitenden Fragestellungen untermauern diese Perspektive.

Das Denken in Wertschöpfungs- bzw. Prozessketten soll die vorhandenen Prinzipien der traditionell auf die Massenproduktion ausgerichteten und bürokratisch geprägten Unternehmen in bewegliche, lernfähige und wandlungsfähige Organisationen transformieren. Die Prozessorientierung unterstützt somit die Integration von betrieblichen Abläufen und ermöglicht die Verknüpfung zwischen internen Erfolgsfaktoren mit dem externen Erfolgspotenzial eines Unternehmens.

Im Idealfall entsteht so eine transparente, ablauforientierte Organisationsstruktur, die durch den kontinuierlichen Soll/Ist-Vergleich eine nahezu fehler- und verschwendungsfreie Prozessdurchführung gewährleistet und somit einen zentralen Beitrag zur nachhaltigen Wettbewerbsfähigkeit leistet, der das Gütesiegel "Process Excellence" verdient.

4. Für Wen, unter Welchen Bedingungen ?

Der Beitrag ist vor allem für Leser von Interesse, die sich mit den Zielen, Merkmalen und Maßnahmen einer kunden- und serviceorientierten Unternehmensführung beschäftigen und auf der Suche nach einem anwendungsnahen Ansatz sind. Leicht verständlich und mit vielen Grafiken anschaulich präsentiert, eignet sich dieser Beitrag insbesondere auch für Leser, die sich erstmals mit Prozessmanagement und seinen Herausforderungen auseinandersetzen.

5. Wie einzuschätzen ?

Die Langfassung umfasst insgesamt 14 Seiten. Die acht Abbildungen erleichtern den Einstieg in das Thema und ergänzen den Inhalt auf anschauliche Art und Weise. Der Autor legt in seinem Beitrag besonderen Wert auf die Anschlussfähigkeit seines Prozessmodells, indem er die Verbindung zu aktuellen Managementkonzepten aufzeigt. Die prozessorientierte Organisationsentwicklung erläutert Prof. Binner anhand der beiden Betrachtungsebenen der Prozess- und Aufgabenanalyse und der Prozess- und Aufgabensynthese und gewährleistet so die theoretisch-konzeptionelle Anbindung des Themas.