Raus aus der Entscheidungsfalle - Richtig entscheiden

Der Beitrag von Kai-Jürgen Lietz gibt einen ausschnittsartigen Einblick in sein jüngst erschienenes Werk "Das Entscheider-Buch". Er stellt hierin Entscheidungsfallen vor, in welche Manager in ihrem Arbeitsalltag gerne tappen, oftmals ohne es zu bemerken. Weiterhin gibt der Autor Strategien zur Vermeidung an, die leicht verständlich sind.

1. Wer, Wann, Wo ?

erschienen in managerSeminare. Das Weiterbildungsmagazin, Heft 118, Januar 2008, S. 22-28.

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Autor: Kai-Jürgen Lietz coacht und berät seit mehr als zehn Jahren Unternehmer und Manager in schwierigen Entscheidungssituationen und gibt Unterstützung bei der Umsetzung der entwickelten Lösungen. Seine Erfahrungen hat er in seinem neuen Buch "Das Entscheider-Buch" zusammengetragen.Kontakt:kjlietz@domaininfoexcellence.com

2. Woher, Wohin, Warum ?

Manager sind in Ihrem Alltag permanent gefordert Entscheidungen zu treffen, oftmals unter eng gesteckten Rahmenbedingungen. Dabei ist die Gefahr groß, Entscheidungen vermeintlich fundiert, tatsächlich aber unüberlegt – bezogen auf die tatsächlich relevanten Kriterien – zu fällen. Kai-Jürgen Lietz zeigt in seinem Buch "Das Entscheider-Buch" 15 dieser Entscheidungsfallen auf und beschreibt wie man sie vermeiden kann.

3. Was, Wie, Welche Ergebnisse ?

Die Bedingungen unter welchen Manager Entscheidungen treffen sind komplex und nicht immer zu beeinflussen. Um, dem zumTrotz, zukünftig zu besseren Lösungen zu gelangen beschreibt der Autor in seinem Beitrag fünf der gängigsten Entscheidungsfallen in die Entscheidungsträger tappen können und dies meist auch erfolgreich tun.

Die Angebotsfalle:Die Problematik liegt hier darin, dass das vorhandene Angebot an Auswahlmöglichkeiten die Entscheidung maßgeblich beeinflusst. Andere, evtl. relevantere Kriterien, werden bei der Entscheidungsfindung außer Acht gelassen. Lietz führt das Beispiel des Benchmarkings an, in dem sich Manager zur Lösungsfindung ähnliche Fälle aus anderen Firmen anschauen oder Rat von Unternehmensvertretern einholen, die ein ähnliches Problem gelöst haben. Es ist allerdings notwendig eigene Entscheidungskriterien festzulegen. Ansonsten entstehen Kriterien, die weniger mit eigenen Zielen als mit fremden Wunschvorstellungen zu tun haben.

Die Wahllosfalle:Über diese Falle stolpern Entscheider oft bei Spontanentscheidungen. Ein weiteres Charakteristikum dieser Falle ist das Bestehen nur einer Alternative und das Fehlen eines klaren Ziels der Entscheidung. Es beeinflussen hier wieder überwiegend die Merkmale der vorhandenen Alternativen und nicht die tatsächlich relevanten Kriterien die zielführend wären.

Die Treibjagdfalle:Situationen in denen dem Entscheider neben der Zeit auch Personen Druck machen subsumiert der Autor unter dem Begriff "Treibjagdfalle". Der Leidensdruck wird hierbei durch die Treiber solange erhöht bis eine übereilte Entscheidung getroffen wird. Es wird dabei zu einer Lösung gelangt die nicht in erster Linie das eigentliche Ziel erreicht, sondern nur vielmehr die Treiber kurzfristig befriedigt. Durch die Hinterfragung der Motive der Treiber und der Festlegung eines konkreten Entscheidungsziels hat der Entscheider die Möglichkeit dieser Falle zu entgehen.

Die Elefantenfalle:Bei der Formulierung von Entscheidungskriterien liegt es nahe möglichst viele Kriterien festzulegen. Die Gefahr hier liegt darin, viele ähnliche Kriterien, z.B. welche die Kosten-Relevanz haben, zu definieren. Das Resultat ist dann, laut Lietz, eine Überbewertung eines Aspekts, z.B. der Kosten, in dem viele einzelne kostenrelevante Merkmale, betrachtet werden. Damit gewinnt ein einzelner Aspekt an Übergewicht und verfälscht damit die Entscheidung. Entscheider sollten folglich Wert darauf legen jeden Aspekt nur einmal abzubilden und Unteraspekte darunter zu subsumieren.

Die Randfalle:Aus Lehre und Personalbeurteilung kennt man das Phänomen die niedrigste und höchste Bewertungsmöglichkeit nicht zu wählen. Dabei läuft der Entscheider Gefahr Alternativen tendentiell höher oder niedriger zu bewerten, als sie tatsächlich sind. Worst case erscheint damit eine unattraktive Alternative durch mehrere milde bewertete Aspekte interessanter als sie ist. Um dies zu vermeiden empfiehlt der Autor jedes Merkmal mit jedem anderen zu vergleichen, um die Objektivität zu wahren.

Weiterhin empfiehlt Lietz einen "Entscheidungspfad" der helfen soll gute Entscheidungen zu treffen. Dabei kommt es ihm darauf an zum einen Entscheidungsklarheit zu schaffen, also ein klares Ziel zu definieren. Zum anderen sollten attraktive Alternativen geschaffen werden, die in Form von Lösungsvorschlägen diskutabel sind. Außerdem weist Lietz daraufhin, wie wichtig es für Entscheider ist sich die Unterstützung derer zu sichern, die von der Entscheidung letztlichbetroffen sein werden.

4. Für wen, unter welchen Bedingungen ?

Der Artikel zeigt anschaulich auf, wie alltäglich die Fallen sind in die bei Entscheidungen getappt werden kann und wie blind Entscheider dafür meist sind. Die Beschreibungen sind leicht nachzuvollziehen und für jeden der in seinem Arbeitsalltag mit Entscheidungen konfrontiert ist, sehr empfehlenswert. Darüber hinaus gibt es einen guten Anreiz sich mit dem Buch des Autors auseinanderzusetzen.

5. Wie einzuschätzen ?

Ein Beitrag der Lust darauf macht mehr über "blinde Flecken" in der Entscheidungsfindung zu erfahren und die empfohlenen Strategien zur Vermeidung anzuwenden.