Tendenzen im Organisationsmanagement in Deutschland

Dass Organisationsarbeit bzw. -management für die Mehrzahl von Unternehmen nicht nur relevant, sondern darüber hinaus von zunehmender Bedeutung für den Unternehmenserfolg ist, belegt die folgende Studie. Rainhart Lang dokumentiert im folgenden Beitrag die Ergebnisse einer aktuell von der gfo durchgeführten Umfrage zum Thema Organisationsmanagement.

Erste Ergebnisse einer Umfrage der gfo von Ende 2006/Anfang 2007

1. Wer, Wann, Wo ?

Prof. Dr. Rainhart Lang ist Inhaber des Lehrstuhls für Organisation und Arbeitswissenschaften an der Technischen Universität Chemnitz. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen auf der Professionalisierung in Personal- und Organisationsbereichen, organisatorischem und kulturellem Wandel in Unternehmen, Managementtransfer sowie Wertorientierungen und Einstellungen von Führungskräften im internationalen Kontext.

Darüber hinaus übernimmt er Funktionen als Herausgeber und Gutachter anerkannter wirtschaftswissenschaftlicher Zeitschriften und ist Regionalvertreter der gfo in Sachsen.

2. Woher, Wohin, Warum ?

Organisationsmanagement in Deutschland und darüber hinaus in der deutschsprachigen Schweiz waren bereits mehrfach Gegenstand empirischer Studien. So existieren bereits seit längerem Untersuchungen zum Organisationspotential und zu Entwicklungstrends der Organisationsarbeit. Seltener standen jedoch die Hauptakteure der Organisationsarbeit im Fokus der Betrachtung. Ziel der folgenden Befragung war es daher, insbesondere die Führungskräfte und Organisationsexperten in Unternehmen sowie Organisationsberater zu erreichen.

Insgesamt haben 256 Personen an der Umfrage teilgenommen, davon 40% Führungskräfte, 26% Organisationsspezialisten im weitesten Sinne, 25% Berater und etwa 5% Dozenten.

3. Was, Wie, Welche Ergebnisse ?

Von den befragten Unternehmen verfügen mehr als zwei Drittel über spezialisierte Einheiten, in denen ausschließlich oder überwiegend Aufgaben des Organisationsmanagements wahrgenommen werden.

Dabei sind solche Einheiten in der Mehrzahl direkt dem Vorstand angesiedelt bzw. als Stabsabteilungen, Zentralbereiche oder Shared Service-Center organisiert. Zirka drei Viertel der Führungskräfte und Experten bezeichnen sich als Organisationsgeneralisten. Wichtige Spezialistenprofile sind dagegen Funktionen, die die Prozessorganisation, Projektorganisation, Aufbauorganisation oder das Veränderungsmanagement betreffen.

Interessant ist auch, dass bei der Mehrzahl der befragten Teilnehmer abteilungsübergreifenden Projektgruppen der Vorzug gegenüber externen Beratern zur Erarbeitung von Organisationslösungen gegeben wird. Nicht verwunderlich, dass neben den traditionell dominierenden analytischen Fähigkeiten verstärkt Wert auf kommunikative Fähigkeiten, Konfliktlösungsfähigkeiten und Teamfähigkeit gelegt wird.

Die Tendenzen im Organisationsmanagement weisen in eine eindeutige Richtung. So sehen bspw. rund zwei Drittel der Befragten die Organisation als zunehmenden Erfolgsfaktor für Unternehmen und die Mehrzahl der Teilnehmer ist überzeugt, dass vor allem projektbasierte und abteilungsübergreifende Kooperation zur Lösung von Organisationsaufgaben beitragen können.

4. Für Wen, unter Welchen Bedingungen ?

Der Beitrag eignet sich insbesondere für Leser, die sich direkt oder indirekt mit dem Thema Organisationsarbeit bzw. -management beschäftigen, egal, ob von wissenschaftlicher oder praktischer Seite.

5. Wie einzuschätzen ?

Mit 256 Teilnehmern sind die Ergebnisse der Umfrage durchaus beachtenswert, setzen sich doch die Teilnehmer aus solchen Gruppen zusammen, die direkt in die Organisationsarbeit involviert sind. Die gfo bietet daher die geeignete Basis, um interessante und vor allem relevante Studien zum Stellenwert des Organisationsmanagements und seiner aufbauorganisatorischen Verankerung in der Praxis zu liefern.

Prof. Rainhart Lang gelingt es mit seinem Beitrag, die aktuelle Bedeutung der Organisationsarbeit für Unternehmen herauszustellen und erlaubt damit interessante Einblicke in das praktische Verständnis organisationalen Handelns.