Schillernde Figuren - blue line 3/2005

Dieser Beitrag zum Thema Employability richtet sich an Führungskräfte mit der Frage: Welche Eigenschaften machen mich für mein Unternehmen unabkömmlich? Eine Frage, die in Zeiten des Wandels und der Veränderung am Arbeitsmarkt mehr und mehr Gewicht bekommt. Es gilt das eigene Wertegerüst mit dem des Unternehmens abzustimmen. Dabei ist das Ziel, eine Win-Win-Situation für Organisation und Management herzustellen. So können aus organisatorischer Sicht schnellstmöglich Schwachstellen behoben werden, während die Führungskraft die eigene Beschäftigungsfähigkeit an den Bedarf anpassen kann.

1. Wer?, Wann?, Wo? Schillernde Figuren - Welche Eigenschaften machen einen Mitarbeiter unabkömmlich? Eine Frage, die sich Führungskräfte heute auch selbst stellen müssen, in blue line – Das

Executive Magazin von HP, 3/2005, S. 6 – 13 2. Woher?, Wohin?, Warum? Die Arbeitswelt unterliegt massiven Veränderungen, das ist bereits hinlänglich bekannt und in den Konzepten der Führungskräfte

angekommen. Professor Jutta Rump von der Fachhochschule Ludwigshafen bringt die Auswirkungen einer neuen Arbeitswelt auf den Punkt:Der Einzelne sieht sich einem qualifikatorischen Strukturwandel

konfrontiert, der tradierte Berufsfelder und Erwerbsbiografien aufbricht. Herkömmliche Absicherungen fallen weg, der Mitarbeiter muss Verantwortung für sich selbst übernehmen.Unternehmen müssen mit

hoher Marktdynamik Schritt halten und wissensintensive Technologien implementieren. Es entsteht ein Wettbewerb um die besten Mitarbeiter.Strukturveränderungen auf dem Arbeitsmarkt stellen die

herkömmliche Beschäftigungspolitik und die soziale Sicherung in Frage.Vor diesem Hintergrund müssen Führungskräfte immer häufiger eine Antwort auf die eigene Beschäftigungsfähigkeit – die sogenannte

Employability – geben können. 3. Was ?, Wie?, Welche Ergebnisse? Heinz Fischer, Vater des Employability-Konzeptes und ehemaliger Personalchef bei HP und der Deutschen Bank, erklärt, dass starre

Aufbauorganisationen der Vergangenheit angehören werden und zunehmend durch flexible, projektbezogene und netzwerkartige Organisationen ersetzt werden, in denen Arbeit immer weniger zeit- und

ortsgebunden stattfinden wird. Im Ergebnis bedeutet das, dass Eigenständigkeit, Eigenbestimmtheit, Eigenverantwortung und Eigeninitiative ein anderes Selbstverständnis bei den Mitarbeitenden aller

Hierarchieebenen erfordert. "Jeder Mitarbeiter muss täglich nicht nur etwas für seine körperliche Gesundheit, sondern auch etwas für die eigene Arbeitsmarktfitness tun." Dieses Umdenken muss

besonders auf den Führungsebenen der Unternehmen beginnen. Eine der zentralen, zukünftigen Herausforderungen werden die entsprechenden Softskills sein, über die die Führungskraft verfügen muss. Vor

dem Hintergrund wachsender Komplexität im Führungsalltag sind Befehl, Kontrolle, Standardisierung und Steuerung nicht mehr die Fähigkeiten, die das Management in Zukunft auszeichnen werden, das

belegt auch das laufende Forschungsprojekt am Institut für Internationales Management an der Universität der Bundeswehr, in dem die Haltung und die Fähigkeiten erfolgreicher Musterbrecher im

Führungsalltag untersucht wurden. Den erfolgreichen Musterbrecher in verantwortlicher Position kennzeichnen eine Sowohl-als-auch-Haltung im Umgang mit Paradoxien des Führungsalltags. Dies bringt die

folgende Abbildung der PhilOs Managementberatung auf den Punkt:616Paradigmenwechsel-Führung.jpgJürgen Deters, Professor für Personalmanagement und Führung an der Universität Lüneburg formuliert

treffend, dass dies aber nicht bedeutet, dass Querköpfe benötigt werden, sondern es geht vielmehr um eine Überwindung der antrainierten, linearen Logik, die auch heute noch in den Schulen und

Hochschulen eine dominante Rolle spielt. "Führungskräfte müssen sich überwinden und lernen, mit scheinbaren Widersprüchen konstruktiv umzugehen", so Deters.Employability bedeutet in Zukunft für

Manager laut Martina Baumgärtel, einer Allianz Managerin: Offene Kommunikation, kritische Selbstreflexion, Mut, über die eigenen Bereichsgrenzen hinauszudenken, Beziehung zum Kunden und Einbezug der

Mitarbeiter in die Entscheidungsvorgänge. So sagt der ehemalige Deutschland-Chef von McKinsey nicht ganz ohne Selbstkritik: "Es geht heute weniger um Führungswerkzeuge als vielmehr um

Führungsbefähigung". 4. Für wen?, Unter welchen Bedingungen? Der Artikel ist in erster Linie an Führungskräfte adressiert, die bereit sind, die eigene Beschäftigungsfähigkeit auf den Prüfstand zu

stellen und die erste Anregungen auf die Frage suchen: Was wird in Zukunft gefordert sein? 5. Wie einzuschätzen ? Ein Beitrag über Employability, der auf eine Vielzahl von Aussagen namhafter

Expertinnen und Experten zugreift. Er ist abwechslungsreich zu lesen und mit sehr guten Statements zum Thema sowie Einblicke in deren Umsetzung in der Praxis. Die etwas andere Auslegung der Thematik

Employability eröffnet eine anregendere Perspektive.

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