Das 3W-Modell: Bezugsrahmen für das Wandlungsmanagement

Das 3W-Modell beschreibt und erklärt die Theorie des Wandels. Gleichzeitig stellt es einen Bezugsrahmen für das Management des Wandels dar. Die 3 W stehen stellvertretend für Wandlungsbereitschft, -fähikeit und -bedarf.

 

1. Wer?, Wann?, Wo?

Autor: Prof. Dr. Wilfried Krüger Inhaber der Lehrstuhl für Unternehmungsführung und Organisation der Justus-Liebig-Universität GießenKrüger hat folgendes Buch veröffentlicht:Krüger, W. [Hrsg.] (2002): Excellence in Change – Wege zur strategischen Erneuerung, 2. vollst. überarb. Aufl., Wiesbaden 2002.

2. Woher?, Wohin?, Warum?

Krüger entwickelt auf der Basis der Organisations- und Managementtheorie ein umfassendes, anwendungsbezogenes Erklärungs- und Gestaltungskonzept für tiefgreifenden Wandel, in das auch Praxiserfahrungen in Form von Fallbeispielen und Expertenbefragungen einfließen. Das 3W-Modell ist sowohl ein Beschreibungs- und Erklärungsmuster für die Theorie des Wandels als auch ein Bezugsrahmen für das Management des Wandels. Einzuordnen ist dieser Beitrag in das Gebiet des Wandlungsmanagements als einem Querschnittsthema insbesondere des Strategischen Managements.

3. Was?, Wie?, Welche Ergebnisse?

Krüger geht davon aus, dass sich der Unternehmungswandel immer in einem Spannungsfeld von Wandlungsbedarf, Wandlungsbereitschaft und Wandlungsfähigkeit bewegt. Diese drei Kategorien bilden die gedanklichen Koordinaten, zwischen denen sich das Wandlungsmanagement bewegen muss und sie geben dem 3W-Modell seinen Namen. Der Wandlungsbedarf bildet den Ausgangspunkt eines Wandlungsprozesses. Das Ausmaß der sachlich notwendigen Veränderung der Unternehmung, ihrer Teilbereiche und Mitglieder sowie ihrer externen Koppelungen mit marktlichen und außermarktlichen Anspruchsgruppen umfasst der Wandlungsbedarf. Die Wandlungsbereitschaft stellt den Schlüssel zu erfolgreichem Wandel dar. Darunter sind die Einstellungen der am Wandlungsprozess beteiligten bzw. von ihm betroffenen Personen und Organisationseinheiten gegenüber den Zielen und Maßnahmen des Wandels zu verstehen. Promotoren des Wandels begegnen alltäglich Akzeptanzbarrieren, die es zu überwinden gilt. Diese mangelnde Wandlungsbereitschaft führt dazu, dass Wandlungsbedarfen nicht entsprochen werden kann („Nachholbedarf/Reformstau“), oft benötigt man erst einen erheblichen Problemdruck („Leidensdruck“), um Kurskorrekturen vornehmen zu können. „Ohne Krise kein Wandel“. Der erfolgreiche Wandlungsmanager muss diese Barrieren überwinden und auch ohne Krise grundlegenden Wandel gestalten können. Die Wandlungsfähigkeit bezeichnet die auf geeignetem Wissen und Können beruhende Möglichkeit eines einzelnen bzw. einer Organisationseinheit oder der Unternehmung insgesamt, Wandlungsprozesse erfolgreich durchzuführen. Individuelle und kollektive Veränderungsprozesse haben in den letzten Jahren in vielen Unternehmungen die internen Voraussetzungen für die Entwicklung der Wandlungsfähigkeit verbessert. Die Gliederung des Buches orientiert sich an den im 3W-Modell enthaltenen neun Komponenten des Wandlungsmanagements: - Wandlungsprozesse - Strategien - Topmanagement - Mitarbeiter - Projekt- und Programm-Management - Human Resource Management - Kommunikation - Controlling - Toolbox Diese neun Komponenten sind auf vielfältige Weise ineinander verwoben. Die folgende Abbildung verdeutlicht die Wirkungszusammenhänge, die im Rahmen von Krügers Buch untersucht bzw. zugrunde gelegt werden. Mittelpunkt des Geschehens bildet der Wandlungsprozess, der die Basiskomponente des Modells darstellt. Der Prozeß wird von drei Komponenten geprägt und getragen (Strategie, Topmanagement, Organisation) und prägt seinerseits die Komponente „Mitarbeiter“, deren Einstellungen und Verhalten geändert werden muss, damit die Strategie realisiert wird.3W-Modell.jpg

4. Für wen?, Unter welchen Bedingungen?

Das Thema Wandel betrifft derzeit alle Unternehmungen. Krüger beschreibt nicht nur den Weg aus Krisenzeiten, sondern auch den Weg zum Aufschwung. Er plädiert überzeugend dafür, dass permanenter Wandel im Kern eine Führungsaufgabe ist, die nicht (vollständig) an externe Berater übertragen werden kann. Daher ist es ein MUSS für jeden verantwortungsvollen und innovationsbereiten Manager, sich mit diesem Thema zu beschäftigen und sich entsprechende Kenntnisse anzueignen.

5. Wie einzuschätzen?

Ein wichtiges und grundlegendes Arbeitsbuch für verantwortliche Führungskräfte, Projektleiter und –mitarbeiter sowie die mit Veränderungsprozessen befassten Stäbe und Zentralbereiche.Hinweis:Link zu einem weiteren Beitrag zum Thema Changemanagement:72Die fünf Phasen des Transformationsprozesses