Kann Wissen schaden?

Für Topmanager ist es nicht unbedingt das wichtigste über ihr wirtschaftliches Umfeld detailliert Bescheid zu wissen, wichtiger ist es die vorhandenen Daten und Fakten richtig zu interpretieren. Sutcliffe/Weber haben hierzu eine empirische Studie durchgeführt.

1. Wer?, Wann?, Wo? Autor: Sutcliffe, Kathleen M.: Professorin für Organisationspsychologie und Personalmanagement an der University of Michigan Business School in Ann Arbor. Weber, Klaus:

Promovierte an der Michigan Business School im Bereich Organisationspsychologie und Personalmanagement. Sutcliffe/Weber haben folgenden Beitrag veröffentlicht: Sutcliffe, K.M./Weber, K. (2003): Wenn

Wissen schadet, in: Harvard Business Manager, Nr. 8/2003, S. 66-79. 2. Woher?, Wohin?, Warum? Dieser Beitrag basiert auf einer Studie, die von Sutcliffe/Weber 1991 durchgeführt wurde. Durch eine

Befragung der obersten Führungskräfte von Unternehmen wurde versucht zu ermitteln wie Topmanager die Umweltdimensionen Volatilität, Komplexität und Wachstumstrends (Optimismus) wahrnehmen. 3. Was?,

Wie?, Welche Ergebnisse? Für Topmanager ist es nicht unbedingt das wichtigste über ihr wirtschaftliches Umfeld detailliert Bescheid zu wissen, wichtiger ist es die vorhandenen Daten und Fakten

richtig zu interpretieren. Laut Sutcliffe/Weber gibt es viele Studien und Untersuchungen, die einen Bezug zwischen dem Wissen der Manager und der Unternehmensentwicklung herstellen. Einige Studien

vertreten die Meinung, dass das Wissen der Topmanager über ihr Wettbewerbsumfeld der entscheidende Erfolgsfaktor ist. Hauptaufgabe des Spitzengremiums sei es demnach das Wettbewerbumfeld kritisch zu

beobachten und entsprechende Anpassungen in der Unternehmensstrategie und –organisation vorzunehmen. Jedoch sind objektive Analysen kaum möglich und das reine "verstehen" der Fakten reicht nicht.

Erst die "richtige" Interpretation und Kommunikation der Informationen kann zum Erfolg führen. Die Untersuchungen von Sutcliffe/Weber haben gezeigt, dass es nicht darauf ankommt, dass der Manager das

Wettbewerbsumfeld exakt wahrnimmt, sondern dass es viel wichtiger ist wie er die Informationen über sein Umfeld interpretiert. Dies legt den Schluss nahe, dass Investitionen in die

Interpretationsfähigkeit des Spitzenmanagements zu einem dauerhaften Wettbewerbsvorteil führen könnten. Die Frage nach der Art der Interpretation, die zu Spitzenleistungen führt behandeln

Sutcliffe/Weber im Folgenden. Einleitend wird erläutert, wie die Daten erhoben wurden, den der Studie zugrunde liegen. Auf Grund bisheriger Forschungsarbeiten zur Dynamik in Unternehmen wurde

vermutet, dass das Topmanagement ihre Branche anhand von drei Dimensionen beurteilt: Volatilität Wachstumstrend Komplexität Ersteres steht für die Zuverlässigkeit von Prognosen. Die Wachstumstrends

geben Auskunft über den Umfang der Ressourcen, über die ein Unternehmen in einer bestimmten Branche verfügt. Die Komplexität ist ein Maß dafür wie die Ressourcen verteilt werden. Auf dieser Grundlage

wurde ein Fragebogen entworfen, der per Post an die Führungskräfte von Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen verschickt wurde. Ingesamt antworteten 329 Mitarbeiter der Geschäftsleitung in 85

Unternehmen aus 32 Branchen. Kennzahlen wie bspw. Absatz und Investitionsausgaben wurden aus den Standard&Poor's-Indizes abgeleitet. Diese Daten wurden unter Einsatz bekannter statistischer

Methoden ausgewertet. Das Ergebnis lässt sich überblicksartig wie folgt darstellen: Manager, die die Komplexität und Volatilität überschätzen hatten ein besseres Ergebnis Optimismus und der Glaube an

die Fähigkeiten und die Chancen des Unternehmens helfen Hindernisse zu überwinden Die Veränderungsbereitschaft und die Leistung kann durch positive Erwartungen erhöht werden 4. Für wen?, Unter

welchen Bedingungen? Dieser Beitrag zeigt auf, dass es nicht nur auf die Genauigkeit der Daten und Fakten ankommt, sondern dass die Auswertung dieser von immanenter Bedeutung für das Unternehmen ist.

Eine genauere Betrachtung der Studie von Sutcliffe/Weber könnte dazu führen, dass sich Spitzenmanager ihre bisherigern Führungsstrategien nochmals überdenken und ggf. in Zukunft andere Signale an ihr

Unternehmen aussenden werden. 5. Wie einzuschätzen? Der Beitrag "Wenn Wissen schadet" ist ein äußerst lesenswerter Artikel. Er zeigt die Relevanz empirischer Studien für die Wirtschaft auf und könnte

für viele Manager einen neuen Führungsstil bedeuten.