From IT strategy to operations. Using the IT Driver Model to align service levels to business.

Ausgehend von den klassischen drei miteinander inkompatiblen Strategieoptionen (Treacy & Wiersema 1995)

o Kundenfokus ("customer intimacy")

o Produktführerschaft ("product leadership")

o Preisführerschaft ("operational excellence")

 

leitet der Beitrag heuristisch drei ebenfalls untereinander inkompatible IT Treiber ("IT Driver") ab:

o Verfügbarkeit

o Flexibilität

o Totale Kosten

 

Der Beitrag zeigt, wie dieses Modell im Rahmen eines diskursiven Verfahrens zwischen der Geschäftsführung und dem IT Management anzuwenden ist, um Service Levels (der IT) und Geschäftsstrategie miteinander zu "versöhnen".

 

Mehrere Praxisbeispiele ergänzen die fundierte (theoretische) Ausarbeitung und Nachvollziehbarkeit des IT Driver Modells, wobei der Autor zuletzt allgemeine best practices für die relevante Problemdomäne ableiten kann.

1. Wer?, Wann?, Wo? Im Rahmen von zahlreichen Beratungsprojekten aus dem Zeitraum 1998-2002 zum Themenkomplex IT Strategie hat die Management Consulting Practice von Atos Origin (Austria), einem

führenden IT Dienstleistungsunternehmen und globalen Anbieter von Business Consulting und Technologie-Integration, das IT Driver Modell entwickelt. Der verantwortliche Domain Principal, FH Lektor

Dipl.-Ing. Dr. Christoph F. Strnadl, stellt in diesem Artikel erstmals dieses Modell der interessierten Fach- und Praxisöffentlichkeit vor. Dr. Strnadl hat eine mehr als 15jährige Erfahrung

breitgefächerte Erfahrung im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien und deren Integration und ist derzeit als Management Consultant mit Schwerpunkt Information Management, Strategy

und Strategic Sourcing Berater von zahlreichen Unternehmen der Top 500 beim Konzipieren und Umsetzen ihrer gesamten IT Strategie. Dr. Strnadl ist anerkannter und oftmaliger Vortragender auf

nationalen und internationalen Konferenzen zu aktuellen Themen innerhalb der IT, sowie Seminarleiter und Lektor an der Fachhochschule Technikum Wien zum Thema Strategisches IT Management. Seine

Präsentationen erhielten mehrmals die beste Bewertung bei Veranstaltungen u.a. der IDC und Future Network; darüberhinaus zahlreiche Veröffentlichungen in internationalen Fachjournalen bzw. Tätigkeit

als Senior Referee/Reviewer. Er ist Mitglied der ACM, IEEE und ÖVO, wo er nationale und internationale Positionen im Vorstand innehält. 2. Woher?, Wohin?, Warum? Beim Ableiten der operativ-taktischen

Kriterien für die Servicequalität von IT Dienstleistungen aus der Unternehmensstrategie (bspw. in Form von Service Level Agreements) existiert oft ein sehr großer Sprachunterschied zwischen dem

Management als "Hüter" der Unternehmensstrategie und dem IT Manager als Verantwortlichen für die tatsächliche Leistungserbringung. Um hier die darauf zurückzuführende häufig anzutreffende

Entkoppelung von Geschäfts- und IT Strategie zu überwinden, hat Atos Origin das IT Driver Modell entwickelt, das einen für beide Seiten verständliche gemeinsamen Rahmen zur Konkretisierungen von

Erwartungen und Leistungen der IT vis-à-vis den (strategischen) Anforderungen des Unternehmens erlaubt. Dieser Beitrag stellt erstmals das Modell näher vor, erläutert seine Ableitung aus einer

Ver-bindung von theoretischen und praxis-orientierten strategischen Elementen und zeigt anhand von vier konkreten Beispielen auf, wie das Modell von Unternehmen effektiv auf den eigenen Einsatz der

IT angewandt werden kann. 3. Was?, Wie?, Welche Ergebnisse? Ausgehend von den klassischen drei miteinander inkompatiblen Strategieoptionen (Treacy & Wiersema 1995) Kundenfokus ("customer

intimacy") Produktführerschaft ("product leadership") Preisführerschaft ("operational excellence") leitet der Beitrag heuristisch drei ebenfalls untereinander inkompatible IT Treiber ("IT Driver")

ab: Verfügbarkeit Flexibilität Totale Kosten Das Modell ist nun in einem diskursiven Verfahren zwischen Geschäftsführung, IT Leitung und Benutzern wie folgt anzuwenden: Bestimme den wichtigsten IT

Treiber Bestimme das relative Verhältnis der beiden übrigen Treiber Führe eine differenzierte Diskussion Dabei ist es wesentlich zu beachten, daß gerade in und durch die Anwendung des Modells bzw.

seiner Kategorien die prinzipiell unscharfen Begriffe ("Verfügbarkeit" - Was ist das genau?) erst gemeinsam näher definiert und präzisiert werden. Auch ist eine Prokrustesstrategie von "Entweder

Kosten oder Flexibilität" zu vermeiden; es geht vielmehr um das In-Gang-Setzen-und-Halten einer differenzierten Diskussion entlang einer urteilend-abwägenden Grundlinie: Wie viel Verfügbarkeit zu

welchen Kosten? Wie viel Flexibilität kostet uns die erhöhte Verfügbarkeit Wie viel IT Budget muß ich minimal einsetzen, um nicht ein inakzeptables Niveau der Verfügbarkeit zu erhalten u.a.m. Anhand

von vier konkreten Beispielen aus der gelebten (Beratungs-) Praxis von Top 500 Unternehmen zeigt der Autor, wie das Modell effektiv angewendet und eingesetzt werden kann, um u.a. die folgenden

Insuffizienzen der strategischen IT Ausrichtung erfolgreich zu überwinden: Massive Unzufriedenheit zwischen den drei wesentlichen Betroffenheitsgruppen der IT, Top Management, IT Management und

Endbenutzer, war auf eine inkonsis-tente Ausrichtung von zwei inkompatible IT Driver zurückzuführen. Das Modell er-laubt das erstmalige Sichtbarmachen dieses latenten Konfliktes und setzte damit den

ersten Schritt zur Überwindung. Inhomogene Bedürfnisse von zwei (ex ante) nicht identifizierten Benutzergruppen führte zu jahrelanger Unzufriedenheit zwischen IT Manager und einem externen IT

Dienstleister. Das IT Driver Modell konnte erstmals diese divergierende "Nachfrage" von Seiten der Endkunden aufweisen, dem IT Management transparent ma-chen und damit die Lösung effektuieren. Das

Top Management wurde in einem schleichenden Prozeß immer deutlicher mit dem IT Management bzw. den Leistungen der IT unzufriedener, ohne konkret diese Erwartungsentäuschung festmachen zu können. Das

IT Driver Modell erlaubt den Nachweis, daß sich seit der letzten Erarbeitung einer IT Strategie die Ge-schäftsstrategie schleichend geändert hatte, ohne daß diese Reorientierung auch der IT

kommuniziert wurde, um dadurch von dieser etwa in einer adäquaten Adap-tierung der IT Strategie berücksichtigt werden zu können. Im Rahmen des IT Driver Modells werden die oftmals inkompatiblen

Anforderungen des on-line Business festgemacht. In einer differenzierten Diskussion werden operativ-taktische Ansätze entwickelt, die eine technologie- und prozessbasierte weitgehende "Versöhnung"

der beiden gegensätzlichen IT Treiber Verfügbarkeit und Flexibilität möglich machen. Auf Basis der zahlreichen erfolgreichen Beratungsprojekte, die mit diesem Modell durchgeführt worden sind, bietet

der Autor die folgenden Schlußfolgerungen (etwa im Sinne von best practices oder Tips für die Praxis): Es ist besser, eine (beliebige) schriftliche Servicevereinbarung zu besitzen als überhaupt keine

Inhomogene interne Nachfrage (nach IT Leistungen bzw. Servicequalität) ist anzuerkennen und explizit unterscheidend darzustellen Schlechte Steuerung der IT Funktion kann weder durch

Servicevereinbarung (Service Level Agreements) noch durch Outsourcing wirksam ersetzt werden Die IT Driver sind regelmäßig an (möglicherweise geänderte) externe Faktoren anzupassen On-line Business

verlangt nahezu simultane Maximierung der beiden gegenläufigen IT Treiber Verfügbarkeit und Flexibilität. 4. Für wen? - Unter welchen Bedingungen? Der Artikel wendet sich primär an Personen, die sich

in ihrer Arbeit mit der "Versöhnung" von Geschäftsstrategie und IT Strategie beschäftigen (müssen). Das sind typischerweise IT Manager / Leiter EDV Manager für den IT Betrieb und IT Service für IT

verantwortlicher Geschäftsführer oder Vorstand Mitarbeiter in Stabsstelle Unternehmensstrategie bzw. IT Strategie Unternehmensberater mit einer Affinität für IT Themen Account Manager und Mitarbeiter

im Vertrieb von IT Dienstleistungen (u.a. Outsourcing), Der Beitrag (in Englisch) ist auch dem Nicht IT-Spezialisten sehr leicht zugänglich und überzeugt durch seine konsistente Ableitung und den

sehr detailliert ausgearbeiteten Beispielen aus der Praxis. Das IT Treiber Modell zeichnet sich durch seine einfache Kommunizierbarkeit aus und kann damit in sehr vielen Situationen zur Überwindung

der oft anzutreffenden Sprachlosigkeit zwischen IT Management und Geschäftsführung beitragen. Wie einzuschätzen? Ein Beitrag aus der Praxis für die Praxis, ohne jedoch die theoretische Konzeption zu

vernachlässigen (z.B. in Form von ausführliche Querverweisen in die Literatur). Das Modell ist leicht verständlich und damit auch ohne Vorkenntnisse der IT oder der Strategiefindung zugänglich. Die

Praxisbeispiele stellen sicher, daß prinzipiell jeder Leser den "Geist" des Modells verstehen und damit die Theorie für sich anwendbar machen kann. Gerade die Ergänzung der (mittlerweile wohl weit

bekannten) drei Strategieoptionen auf Ebene der Geschäftsstrategie durch entsprechende (oft korrespondierende) IT Treiber im Bereich der IT Strategie stellt eine Weiterentwicklung auf diesem Gebiet

dar, die bis dato in der für den Praktiker zugänglichen bzw. relevanten Fachliteratur zu diesem Thema nicht anzutreffen ist.

Originalartikel (93 kB PDF - Englisch):ITDriverModel.pdf